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Nachrichten Beim Projekt Moorgeest hakt es
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Beim Projekt Moorgeest hakt es
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14:50 21.09.2018
Auch das Otternhagener Moor ist Teil des Projektgebietes. Quelle: Hartung
Neustadt/Wedemark

Seit sieben Jahren basteln Land, Region und ein Projektbeirat an der sogenannten Hannoverschen Moorgeest, einem der ehrgeizigsten Naturschutzprojekte im Raum Hannover. Helstorfer, Otternhagener, Schwarzes und Bissendorfer Moor, so lautet das Ziel, sollen durch Wiedervernässung langsam in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Dafür müssen Gräben zugeschüttet und Wälle aufgeworfen werden, was wiederum nur möglich ist, wenn Eigentümer ihre Flächen herausrücken. Daran hapert es aber derzeit.

Das gesamte Gebiet bedeckt eine Fläche von rund 2240 Hektar und ist damit größer als das der Stadt Hannover. Für das Projekt Moorgeest sind Kosten in Gesamthöhe von 14,5 Millionen Euro veranschlagt, der Löwenanteil entfällt auf die Flächenbeschaffung. 900 Eigentümer sind betroffen, die ihre Areale entweder verkaufen, eintauschen oder, wenn sie die Renaturierung gestatten, behalten können. Dafür haben Naturschützer und die Landwirtschaft ein Grundlagenpapier verfasst. Grundstückspreise sind gutachterlich erstellt worden, für landwirtschaftliche Flächen liegen sie höher als für solche im Moor oder mit Waldbestand.

Bisher sind erst etwas mehr als 60 Prozent des Gebietes für das Naturschutzprojekt verfügbar, teilt die Regionsverwaltung mit. Dazu kommt, dass rund ein Dutzend Besitzer beim Oberverwaltungsgericht gegen die Bewertung der Grundstückspreise geklagt haben. „Es gibt Totalverweigerer. Einzelne Personen mit großem Einfluss in der Landwirtschaft verabschieden sich vom Grundlagenpapier“, hat Ludwig Uphues, Sprecher des Aktionskreises Moorgeest, kürzlich bei einer Veranstaltung in Wedemark-Resse kritisiert.

Als Konsequenz dauert die gesamte Flurbereinigung nach Einschätzung der Region nun statt wie vorgesehen bis 2017 mindestens bis zum Jahresende 2020, die anschließenden eigentlichen Arbeiten zur Wiedervernässung nach derzeitigem Stand bis 2025. Das sieht man bei der EU-Kommission, die 75 Prozent der Kosten trägt, nicht gerne. „Sie hat ihre Sorgen über den Projektfortschritt ausgedrückt“, teilt die Region mit. Die Kommission mahne eindringlich, die Anstrengungen zu intensivieren, um alle notwendigen Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen. Es gibt aber laut Region noch andere Risikofaktoren – komplexe Ausschreibungsverfahren, zu wenig geeignete Baufirmen und Probleme mit Kampfmitteln.

Von Bernd Haase und Ursula Kallenbach

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