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Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Ein Nandu ist in Poggenhagen auf der Flucht
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00:24 26.04.2018
Eine Gruppe freilebender Nandus frisst auf einem Acker in Mecklenburg-Vorpommern junge Rapspflanzen ab. Ein solches Tier ist am Montagmorgen an der Poggenhagener Straße gesichtet worden.
Eine Gruppe freilebender Nandus frisst auf einem Acker in Mecklenburg-Vorpommern junge Rapspflanzen ab. Ein solches Tier ist am Montagmorgen an der Poggenhagener Straße gesichtet worden. Quelle: Jens Büttner (Archiv)
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Poggenhagen

 Ein offensichtlich ausgebüxter Nandu hat die Polizei Neustadt früh am Montagmorgen beschäftigt: Der stattliche Laufvogel war gegen 7 Uhr am Straßenrand der Poggenhagener Straße gesichtet worden. Als der Streifenwagen vorfuhr, war das Tier allerdings schon verschwunden. 

„Wahrscheinlich ist er über die Brachfläche dort geflüchtet, nahe dem Eingang zum Gut Harms“, sagt Polizeisprecher Gerrit Dierkes. Nach einigen Recherchen hatten die Beamten auch den Halter ausfindig gemacht – er habe wohl mehrere der Tiere und kenne sich entsprechend aus, berichtet Dierkes. „Er hat uns gesagt, dass es schwierig ist, einen Nandu zu finden, wenn der das nicht will.“ Die Tiere, die in ihrer südamerikanischen Heimat in Steppen leben, können sich bei Bedarf so flach auf den Boden drücken, dass sie aus der Ferne nicht mehr zu sehen sind.

Wer den Nandu trotzdem sichtet, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden , Telefon (05032) 9559115. Die Tiere sind etwa 1,60 Meter hoch, können bis zu 50 Stundenkilometer schnell laufen. Von Hand lasse sich ein solches Kerlchen nicht mehr fangen, sagt Dierkes. Da müsse man wohl mit Netzen arbeiten, oder gar mit Betäubungsgeschossen. „Wenn wir den Vogel finden, müssen wir einen Veterinär hinzuziehen“, sagt der Polizeibeamte.

Wenn nicht: auch in freier Wildbahn haben Nandus hierzulande offenkundig Überlebenschancen. In Deutschland gibt es schon eine Debatte, ob die Allesfresser als invasive Art gehandelt werden sollen – in einigen Landstrichen gibt es schon Beschwerden aus der Landwirtschaft, auch eine Gefährdung von Bodenbrütern sei nicht auszuschließen, heißt es.

Von Kathrin Götze