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Nachrichten Nabu plant Kitzrettung aus der Luft
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Nabu plant Kitzrettung aus der Luft
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00:23 04.04.2019
Nabu-Vorsitzender Reinhard Hoffknecht plant, Rehkitze auf Wiesen mit einer Drohne aus der Luft aufzuspüren. Quelle: Mirko Bartels
Neustadt

Für den Nabu-Vorsitzenden Reinhard Hoffknecht heißt es dieser Tage Kataloge wälzen, Angebote einholen und Sponsoren-Gespräche führen. Er möchte ein neues Projekt auf den Weg bringen, dass Tieren, Landwirten und Jägern gleichermaßen nutzen soll. „Wir möchten gern eine so genannte Kitz-Rettung für unseren Bereich ins Leben rufen. Dabei sollen die Jungtiere mit Hilfe einer Wärmebild- und Restlichtkamera-Drohne aus der Luft aufgespürt werden“, sagt Hoffknecht.

Rehkitze verstecken sich, statt zu fliehen

Mittels Drohne werden Rehkitze vor der Wiesenmahd heute aus der Luft gesucht und gefunden. Quelle: privat

Junge Rehkitze sind in den ersten Lebenswochen darauf geprägt, nicht wegzulaufen, sondern sich im hohen Gras zu ducken, wenn die Mutter nicht in der Nähe ist. Immer wieder passieren deshalb Unfälle, wenn die Tiere ins Mähwerk geraten. „Die moderne Technik schafft hier einen Vorteil gegenüber der klassischen Suche mit und ohne Hund und bietet mehr Sicherheit als reine Vergrämungsmethoden, die auch zum Einsatz kommen“, sagt der Vorsitzende. Er hat sich bei anderen Nabu-Ortsvereinen erkundigt, die bereits Erfahrungen mit dieser Variante haben. Da gäbe es beachtliche Erfolge zu verzeichnen, hat er erfahren.

Drohne überträgt Infrarot-Bilder

Die Technik ist schnell erklärt: Die Drohne fliegt mit einer Wärmebildkamera über ein Feld das gemäht werden soll. Solange es noch nicht zu warm ist, zeichnen sich die kleinen Kitzkörper auf den Infrarot-Bildern deutlich vom kühleren Gras ab. Ist ein solcher Hot-Spot gefunden, werden Helfer losgeschickt um das Tier zu bergen und vor den todbringenden Messern des Mähers zu retten.

Mittels Drohne können Rehkitze heute aus der Luft gesucht und gefunden werden. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)

 Erste Gespräche mit Landwirten und Jägern hat Hoffknecht bereits geführt. Erst einmal rund um seinen Heimatort Schneeren. Hier könnte die Kitzrettung für das Neustädter Land starten und später weiter ausgebaut werden. Von den Gesprächspartnern gab es positive Resonanz. Wichtig sei eine gute Abstimmung zwischen den Beteiligten, um effektiv arbeiten zu können, resümiert Hoffknecht. Das Interesse sei groß, schließlich diene das Projekt allen.

Vor dem Drohnen-Einsatz müsse ein entsprechendes Fluggerät aber noch erworben werden. Zusätzlich gilt es Fragen der Versicherung und der Flugsicherheit zu klären. „Das ist deutlich umfangreicher, als ich angenommen hatte“, sagt Hoffknecht.

Markt für Drohnen ist unübersichtlich

Bereits die Frage nach dem optimalen Fluggerät ließe sich nicht so einfach klären. „Es gibt einige Anbieter. Die Preise gehen da bis zum Niveau eines Mittelklasse-PKW“. Ganz so teuer soll es dann doch nicht sein: Beste Ergebnisse mit angemessenem Aufwand stehen auf der Agenda – mehrere Tausend Euro wird das Projekt dennoch kosten. Das Fluggerät könne natürlich nicht nur zur Kitzrettung eingesetzt werden: Tierbeobachtung und Inspektionen schwer zugänglicher Örtlichkeiten seien ebenso denkbar, sagt Hoffknecht.

Nabu sucht noch nach Sponsoren

Grund genug, viele verschiedene Sponsoren anzusprechen. Erste Ergebnisse gibt es schon: Der Chemiekonzern Abbott unterstützt das Projekt und hat bereits Geld gespendet. „Es fehlt aber noch eine Menge“, sagt Hoffknecht. Er hofft auf weitere Unterstützung auch aus der Bevölkerung. Jede Summe bringe das Projekt voran und könne aktiv dabei helfen Tiere zu retten. Wer sich beteiligen möchte, findet die notwendigen Daten auf der Internetseite nabu-neustadt.de.

Von Mirko Bartels

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