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Nachrichten Minister will Nutztierhaltern helfen
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Minister will Nutztierhaltern helfen
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00:17 24.09.2018
Wölfe sind streng geschützt und immer wieder Gegenstand heftiger Debatten. Quelle: dpa
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Neustädter Land

 Das niedersächsische Umweltministerium arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an Unterstützungsmaßnahmen für Weidetierhalter, um die Verluste durch Wolfsrisse, aber auch die emotionalen Belastungen zu reduzieren. „Die Region steht unter besonderer Beobachtung durch das Wolfsmanagement“, erklärt Umweltminister Olaf Lies. Ziel sei es, die rechtlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, falls Ausnahmen vom Artenschutz erforderlich werden. Dies ist in der Vergangenheit schon einmal geschehen, als ein unter dem Namen Kurti bekannt gewordener Wolf in der Lüneburger Heide erschossen wurde. Das Tier hatte sich häufig Menschen genähert.

Im Kreis Nienburg und im Norden des Neustädter Landes haben die Wolfsberater seit August rund ein Dutzend Fälle untersucht, in denen Weidetiere getötet wurden, darunter ein Rind, ein Alpaka, Schafe und Ziegen. Bei einigen ist schon gesichert, dass sie Wölfen zum Opfer fielen. Experten halten es für wahrscheinlich, dass sich im Lichtenmoor zwischen Rodewald und Heemsen ein kleines Rudel angesiedelt hat. Der CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Lechner und weitere Christdemokraten pochen auf Maßnahmen durch das Ministerium.

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Umweltminister Olaf Lies will sich für die Belange der Tierhalter einsetzen. Quelle: Jutta Grätz

„Ich habe großes Verständnis für die Sorgen der Weidetierhalter“, sagt Lies. Wichtig sei, dass diese Risse konsequent melden und untersuchen lassen. Das Ministerium sei dabei, Verordnungen auf den Weg zu bringen, um den Umgang mit dem Wolf klar zu regeln. Auch die Förderung der Tierhalter solle verbessert werden, dazu überarbeite man die sogenannte Richtlinie Wolf, die beispielsweise Entschädigungen regelt. Auf Bundes- und auf europäischer Ebene setze er sich dafür ein, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ein effektives Wolfsmanagement weiterzuentwickeln, erklärt Lies. Dabei sei insbesondere angestrebt, die Belange der Tierhalter stärker als bisher zu berücksichtigen.

Unterdessen haben die Berichte über die Wolfsrisse in der Region zu kontroversen Debatten in sozialen Medien wie Facebook geführt – vor allem geht es dabei um mögliche Abschüsse. „Zuerst den Wolf ausrotten, dann alles dafür tun, ihn wieder anzusiedeln und jetzt wieder töten? Was für ein blödes Hobby“, schreibt beispielsweise Philipp Schröder. Josef Bruns hält den Wolf für notwendig im Wildtierbestand, weil er helfen könne, die zu hohe Population von Wildschweinen und Rehen zu regulieren. Alena Hoppe schreibt, als betroffener Tierhalter, sehe man die Dinge anders: „Wenn man nicht von der Landwirtschaft leben muss, ist es einfach gesagt, dass der Wolf nun mal hierher gehört.“

Tierhalter und Jäger plädieren dafür, den Wolf ins Jagdgesetz aufzunehmen. „Wir wollen nicht, dass die Tiere wieder ausgerottet werden. Aber man muss sie unter Kontrolle halten“, hatte der Borsteler Ingo Spreckelsen gesagt. Zwei seiner Schafe gehören ebenfalls zu den Tieren, die höchstwahrscheinlich von Wölfen getötet wurden.

Von Bernd Haase