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Nachrichten Landwirt findet Riesenbovist
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Landwirt findet Riesenbovist
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14:25 21.09.2018
Karl Hanebutt aus Mariensee hat einen großen Bovisten auf seiner Wiese gefunden. Quelle: Mirko Bartels
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Mariensee

„Erst habe ich gedacht, es wäre eine vom Wind aufgeblähte Plastiktüte auf der Wiese“, sagt Karl Hanebutt aus Mariensee. Beim morgendlichen Umtreiben der eigenen Kühe hat er den vermeintlichen Müll auf einer Weide entdeckt. Als er näher kam, wuchs sein Erstaunen über den ungewöhnlichen Fund, den er erst einmal nicht zuordnen konnte. „Ich bin kein Pilzsammler oder oder -esser“, erklärt der 77-jährige Landwirt. Auch ein hinzugerufener Nachbar konnte das Rätsel nicht lösen. Die Antwort kommt aus dem Internet: Ein Riesenbovist, lateinisch Calvatia gigantea, zierte die Wiese.

Mit einer Größe von 45 mal 32 Zentimetern ist der Marienseer Pilz ein stattliches Exemplar. Auf bis zu 50 Zentimeter können es die stiellosen Bovisten bringen und beherbergen im Schnitt über sieben Billionen Sporen. Die Farbe der jungen Pilze ist weißlich, wird später grüngelblich und bei zunehmenden Alter durch die Sporen olivbraun oder rotbraun bis dunkelbraun. „Eigentlich müsste die Form kugelrund sein“, sagt Pilzexpertin Rita Lüder aus Neustadt. Abweichungen könnten aber im Wachstum entstehen, wenn etwas im Weg sei. Die Größe des Marienseer Exemplars sei selten, erklärt Lüder. Gut vier Kilo bringt der Bovist auf die Waage. Da bleibt Luft nach oben: Bis zu elf Kilo können die Pilze schwer werden. Junge, weißhäutige Exemplare sind sogar genießbar, aber essen will Hanebutt seinen Fund nicht. Er möchte den Riesenpilz zwei bis drei Tage behalten und dann zurück auf die Weide bringen.

Von Mirko Bartels