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Nachrichten Franzseebad-Initiative besteht seit 20 Jahren
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Franzseebad-Initiative besteht seit 20 Jahren
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15:48 01.07.2018
Enno, Laurits, Paul, Fiede und Elias springen von der Schwimminsel, Fynn ist schon im Wasser.
Enno, Laurits, Paul, Fiede und Elias springen von der Schwimminsel, Fynn ist schon im Wasser. Quelle: Benjamin Behrens
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Amedorf

 Paul springt mit einem Rückwärtssalto von der Schwimminsel ins Wasser des Franzseebads. Als der 15-Jährige wieder auftaucht grinst er breit. Die Schwimminsel bietet nicht nur genug Platz für eine ganze Gruppe, in der Mitte ist ein Trampolin eingelassen, wer sich traut kann also möglichst waghalsig im Wasser landen. „Das ist direkt aus China importiert, war nicht ganz billig“, sagt Friedhelm Wedemeyer, Vorsitzender des Trägervereins des Naturbads. Seit 1998 betreibt die Franzsee-Initiative das Bad in Eigenregie, das wurde am Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür gefeiert – mit freiem Eintritt, Kaffee, Kuchen und Gegrilltem.

Im Wasser zogen Schwimmer ihre Runden oder plantschten mit einer bunten Schwimmhilfe. Andere genossen einfach nur die Sonne. Rund 8000 Besucher pro Jahr zählt der Verein. Sie alle wissen den See im Landschaftzschutzgebiet zwischen Mandelsloh und Helstorf zu schätzen. Klares Wasser wie im Freibad darf man hier nicht erwarten, das Gewässer ist moorig, Schilf und Seerosen runden das Bild ab.

Stadt gibt Bad auf – Verein übernimmt

1996 beschloss die Stadt das Bad aus Kostengründen zu schließen. „Da hat sich eine Gruppe gefunden und hat sich erstmal ganz locker unter der Rieckenberg-Stiftung formiert, als Extragruppe“, sagt die zweite Vorsitzende Heike Stünkel-Rabe. 2001 wagte die Franzsee-Initiative den Schritt zur Eigenständigkeit und betreibt als Verein das Bad. Aktuell zählt der Verein 560 Mitglieder. „Wir haben nach und nach investiert“, sagt Stünkel-Rabe. So entstanden etwa die Hütten, die heute Sauna und Strandbar beherbergen. „Wir haben immer mit viel ehrenamtlichen Engagement auch die Einwohner motiviert“, sagt Stünkel-Rabe.

Weit über die Grenzen Amedorfs wissen Badegäste das Konzept zu schätzen. Und es kommen neue hinzu, etwa Lea Sophie aus Negenborn. Während die Dreijährige im Nichtschwimmerbecken plantscht, sitzt ihre Mutter Jessica Hille auf einer Bank. „Wir kommen bestimmt öfter, das ist schöner als im Freibad“, sagt Hille.

Es lohnt sich, regelmäßig vorbeizuschauen, Stillstand gibt es am See nicht. Aktuell sammelt der Verein Spenden für die Neugestaltung der Ufereinfassung und des Eingangsbereichs. Außerdem ist am 4. August eine weitere „Italienische Nacht“ mit Live-Musik, Feuerwehr, italienischem Essen und mehr geplant. Der Vorverkauf soll bald beginnen.

Von Benjamin Behrens