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Nachrichten Fachleute nehmen Mühlen in Neustadt und Wunstorf unter die Lupe
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Fachleute nehmen Mühlen in Neustadt und Wunstorf unter die Lupe
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18:00 30.08.2019
Der Steinhuder Müller Rüdiger Hagen und Organisator Gerald Bost (von rechts) überreichen die ersten Mühlenzeichnungen an Linda Milano. Quelle: Sven Sokoll
Neustadt/Wunstorf

30 Mitglieder der internationalen Gesellschaft für Mühlenkunde (Tims) haben bei einer Exkursion am Donnerstag die Mühlen in Steinhude, Dudensen, Laderholz und Vesbeck besucht. Nach ihrem Symposium in der vergangenen Wochen in Berlin nehmen sie bis Sonnabend an Exkursionen von Braunschweig aus teil, unter ihnen sind auch Japaner und US-Amerikaner.

„In Steinhude können wir vor allem zeigen, wie Mühlen es schaffen, Touristen als Besucher zu gewinnen“, sagte Organisator Gerald Bost. Der Steinhuder Müller Rüdiger Hagen sagte, dass die Windmühle Paula nun auch zu einem Netzwerk von Mühlen gehört, die als Immaterielles Kulturerbe der Unesco anerkannt sind. Den ersten Satz von Zeichnungen, die die besuchten Mühlen der Exkursion zeigen, überreichten Bost und Hagen an Linda Milano aus den USA. Sie trägt den Mädchennamen Mueller und besitzt mit ihrem Mann in Pennsylvania eine frühere Mühle, die aber nicht mehr in Betrieb ist.

Besucher haben ganz unterschiedliche Interessen

In Laderholz betrachteten Barend Zinkweg aus den Niederlanden und Amy Boyce aus den USA die Drehbewegungen der Zahnräder in der Wassermühle. Die Tims-Mitglieder nennen sich selbst Molinologen. Zinkweg war bis zu seiner Pensionierung selbst Müller und war für eine der zahlreichen Drainage-Windmühlen in seiner Heimat zuständig. „Das Land liegt tiefer als der Meeresspiegel. Mit den Windmühlen halten wir den Grundwasserspiegel tief, damit das Land bewirtschaftet werden kann“, sagt der Rentner.

Die Fachleute von der internationalen Gesellschaft für Mühlenkunden haben die Wind- und Wassermühlen in Steinhude, Dudensen, Laderholz und Vesbeck unter die Lupe genommen. Den Kennern fallen auch besondere Details auf.

Boyce ist Tischlermeisterin, spezialisiert auf Restaurierung historischer Gebäude. Die junge Amerikanerin fotografiert jeden Winkel der historischen Wassermühle in Laderholz, den sie gefahrlos erreichen kann. „Die Fotos erleichtern es mir, die Funktionsweise der Mühle zu verstehen. Dieses Wissen setze ich dann bei den Restaurierungsarbeiten ein“, erläutert sie. Kasaka Katsunobu ist nur ein großer Fan von Mühlen, wie er sagt. „Ich interessiere mich für alle Arten von Mühlen. Das ist mein Hobby“, sagt der pensionierte Grundschullehrer aus Japan.

Vesbecks Wasserrad steht trocken

In Vesbeck bestaunten die Besucher vor allem die neue alte „Sichte" im Inneren der Mühle, in der die Kornbestandteile getrennt werden. Mühlenvereinschef Norbert Gieslerk selbst hat sie nach Vorbild der alten, nicht mehr nutzbaren in etlichen Stunden detailverliebter Handarbeit erstellt. „But, where is the water?“ Ein Gast aus Japan sah sich den vermeintlichen Antrieb der Wassermühle an. Das Wasserrad steht trocken – Vesbecks Große Beeke ist nach dem zweiten trockenen Sommer in Folge kaum mehr als solche zu erkennen. Kein Tropfen Wasser auf dem Grund des Baches, der schon fast zugewachsen ist.

17 Mühlen in 5 Tagen

17 Mühlenbesuche in fünf Tagen, das ist ein straffes Programm. „Die würden sogar noch mehr sehen wollen, wenn es zeitlich möglich wäre“, sagt Organisator Bost. Die Molinologen veranstalten alle vier Jahre in unterschiedlichen Ländern Symposien, um Forschungsergebnisse zu präsentieren und Fachwissen auszutauschen. Das nächste Molinogen-Treffen findet in vier Jahren in Polen statt.

Von Susann Brosch, Sven Sokoll und Dirk von Werder

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