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Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Neue Perspektiven fürs Wohnen im Alter
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17:44 23.11.2018
Dorfgespräch in der Krippe Storchennest in Hagen: Hans Schmunkamp aus Bokeloh, Uwe Scheibe aus Hagen und Heinz Jürgen Richter aus Neustadt kommen ins Gespräch. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt/Wunstorf

Auch die Antreiber der Dorfgemeinschaften sind vorm Altern nicht sicher – bei einem Dorfgespräch in Hagen haben sie jetzt von neuen Ideen gehört, wie man das Wohnen im Alter auch in den kleinsten Ortschaften organisieren kann. Die Reihe „Dorfgespräch op de Deel“ ist Teil des LEADER-Entwicklungsprozesses, an dem die Städte Neustadt und Wunstorf gemeinsam mit der Gemeinde Wedemark arbeiten – es geht dabei darum, für besondere Projekte in der Region Fördergeld zu gewinnen. In vielen Dörfern denken die Aktiven über Senioren-Projekte nach.

Solches gibt es auch für Projekte zu Wohnen und Pflege im Alter, wie Anne-Sophie Holderle vom Forum gemeinschaftliches Wohnen zum Einstieg erläuterte. Neue Maßstäbe wie „ambulant vor stationär“ bestimmen die gesellschaftlichen Trends und damit die Fördermöglichkeiten. Das Forum gesellschaftliches Wohnen bietet dazu Beratung an.

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Bernd Reinke stellt seine Senioren-WGs in den Landkreisen Vechta und Diepholz vor. Quelle: Kathrin Götze

Wie ein selbstbestimmtes Wohnprojekt mit hohem Komfort aussehen kann, berichtete Bernd Reinke. Der Landwirt und Investor aus dem Kreis Vechta hat zwei Senioren-Wohngemeinschaften als Vermieter unter seinen Fittichen – Projekte, die er mit viel Liebe und Engagement begleitet. Dass er auch lebendig und mitreißend davon erzählen kann, brachte ihm reichlich Applaus ein. Jeweils bis zu zwölf Senioren teilen sich in den Wohngemeinschaften Küche und Gemeinschaftsräume, haben aber Schlafzimmer und Bad für sich. Gemeinsam leisten sie sich 24-Stunden-Betreuung eines Pflegedienstes, genießen vollen Service zu Preise, die denen eines Seniorenheims vergleichbar sind. Ein besserer Betreuungsschlüssel wird möglich, weil die baulichen Anforderungen für eine WG deutlich geringer sind als für ein offizielles Seniorenheim. „Der große Vorteil ist: Die Bewohner sind die Chefs, sie können alles selbst bestimmen“, sagte Reinke.

Noch in Planung ist eine Art Senioren-Siedlung in Ottenstein in der Solling-Vogler-Region, die Ingrid Heineking von der „StadtUmlandForschung“ der Uni Hannover begleitet. Dort hat die Gemeinde den Anstoß zur geplanten Entwicklung gegeben. Das Seniorenquartier soll verschiedene Möglichkeiten bieten, von Service-Angeboten zum Wohnen in den eigenen vier Wänden über Seniorenwohnungen mit Gemeinschaftseinrichtungen bis zum betreuten Wohnen.

Wie man eine Wohnung einrichtet, in der es sich bis ins hohe Alter gut leben lässt, soll eine Musterwohnung in Stadthagen zeigen, die Christian Wiegand vom Regionalmanagement der LEADER-Region Schaumburger Land berichtete. Sobald sie im Frühjahr 2019 hergerichtet ist, können sich dort Profis und Privatleute Anregungen holen.

Von Kathrin Götze