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Nachrichten Seltene Arten leben schon jetzt in der Moorgeest
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Seltene Arten leben schon jetzt in der Moorgeest
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18:00 14.08.2019
Ein Argusbläuling im Otternhagener Moor: Auch er gehört zu den registrierten seltenen Arten. Quelle: privat
Otternhagen/Helstorf/Bissendorf

Eine einzigartige Naturlandschaft soll bewahrt werden – auf rund 2243 Hektar Fläche lässt das niedersächsische Umweltministerium Helstorfer, Otternhagener und Bissendorfer sowie Schwarzes Moor wieder vernässen. Hannoversche Moorgeest ist das Projekt betitelt, das bereits seit 2012 läuft. Dass das Gebiet bereits jetzt herausragende Bedeutung hat, zeigt ein Monitoring: Biologen untersuchen die Landschaft auf bedrohte und geschützte Arten. Der Neustädter Biologe Dirk Herrmann und sein Team haben bei ihren Besuchen seit März bereits etliche gefunden: Moorfrösche tummeln sich dort ebenso wie der dämmerungsaktive Ziegenmelker, außerdem ein Nachtfalter mit dem klangvollen Namen Zottiger Sackträger.

Seltene Schlingnattern erfreuen Verantwortliche

Besondere Freude bei den Verantwortlichen habe der Nachweis von zwei Schlingnattern in dem Gebiet hervorgerufen, heißt es in einem Bericht des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Schlingnatter ist eine der seltensten Schlangenarten Niedersachsens und wird in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. „Allerdings stellen wir auch fest, dass sich die Wasserstände im Untersuchungsgebiet noch nicht von der Trockenheit des vergangenen Jahres erholt haben“, sagt Susanne Brosch vom NLWKN. Die Lebensbedingungen für die hochmoortypischen Arten seien nicht ideal. Insbesondere die Moorlibellen litten, weil viele Tümpel, Lebensraum ihrer Larven, ausgetrocknet sind.

Kartierungen 2019 und 2026 als Kontrolle

Bis November sind Herrmann und sein Team noch mit der ersten Auswertung eines festgelegten Netzes repräsentativer Flächen beschäftigt. Eine neue Kartierung soll 2026 vorgenommen werden, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind. Das Monitoring vor und nach der Wiedervernässung soll erweisen, wie Flora und Fauna reagieren – eine Erfolgskontrolle für die Europäische Union, die über ihr Life+-Programm 59 Prozent der 14,5 Millionen Euro Projektkosten trägt. 39 Prozent zahlt das Land, 7 Prozent die Region Hannover. Um das Moor wieder zu vernässen, werden Gräben verschlossen und Moordämme angelegt.

Minister Lies hebt Bedeutung für Klimaschutz hervor

Umweltminister Olaf Lies sagt: „Der erfolgreiche Nachweis seltener Tier- und Pflanzenarten in der Hannoverschen Moorgeest beweist erneut, dass wir es hier mit einem der wertvollsten der noch erhaltenen Moore in Niedersachsen zu tun haben.“ Die Anstrengungen dienten aber nicht nur dem Artenschutz. Indem man die früheren natürlichen Wasserverhältnisse wiederherstelle, werde auch verhindert, dass die Torfkörper der Moore trocken lägen, sich zersetzten und so Treibhausgase freigesetzt würden. Damit sei das Projekt auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

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