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Nachrichten Wassermangel bedroht den Franzsee
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Wassermangel bedroht den Franzsee
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00:15 17.05.2019
Friedhelm Wedemeyer (von links), Günter Hahn und Klaus Meichsner zeigen die toten Muscheln, die rund um den See liegen. Quelle: Mirko Bartels
Amedorf

 Hunderte tote Teichmuscheln säumen die aktuelle Uferlinie des Franzsees. Die Kulisse für das traurige Bild sind vertrocknetes Schilf und eine Rutsche, deren Teller in gut eineinhalb Metern Höhe frei über dem Seegrund hängt. „Einen solch niedrigen Wasserstand hat es hier noch nie gegeben“, sagt Klaus Meichsner vom Angelverein Mandelsloh. Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Günter Hahn und dem Vorsitzenden der Franzsee Initiative, Friedhelm Wedemeyer, machte er sich ein Bild vom aktuellen Zustand des beliebten Naturbades im Norden. Der sei für Flora und Fauna bereits jetzt sehr kritisch, nicht nur für das Leben am Ufer, sondern auch für die Fische. Zu wenige Rückzugsmöglichkeiten vor Räubern und drohender Sauerstoffmangel im Gewässer gefährden die Bestände aller Arten, sagt Meichsner.

Trockener Sommer ist Schuld

Schuld am niedrigen Wasserstand sind der extrem trockene Sommer und Herbst des Vorjahres. Der Grundwasserspiegel ist gefallen, reicht nicht mehr, um das Gewässer ausreichend zu speisen. Der Regen der vergangenen Wochen hat keine Hilfe gebracht. Auch der Zulauf durch den Seegraben bleibt trocken – das Wasser versickert bevor es den Franzsee erreicht.

Tote Muscheln säumen den trocken gefallenen Teil des Franzsee. Quelle: Mirko Bartels

„Wenn hier nicht kurzfristig eine Lösung gefunden wird, geht der ganze See kaputt“, sagt Ortsbürgermeister Hahn. Er fürchtet nicht nur um die Natur, sondern auch um die Vereine und die Naherholungsmöglichkeit am Ort. An eine richtige Badesaison sei so überhaupt nicht zu denken. „Uns fehlt mehr als ein Meter Wasser für den Badebetrieb“, stimmt Vereinschef Wedemeyer zu.

Grundwasser pumpen reicht nicht aus

Das entspricht rund 7000 Kubikmetern Wasser. Der gut 240 Meter lange See sei normalerweise an seinen tiefsten Stellen etwa drei Meter tief – jetzt ist es nur noch knapp die Hälfte. „Mit unseren Mitteln können wir nichts mehr tun“, sagt Wedemeyer. Die eigene Grundwasserpumpe könne die Last nicht bewältigen. Die mögliche Förderung pro Jahr ist limitiert und Grundwasser allein helfe dem Biotop nicht – die Wasserlebewesen vertragen nicht allzu viel Einleitung auf einmal.

Mitarbeiter Region Hannover und der Stadt Neustadt hatten bei einem Ortstermin Ende April Hilfe zugesagt. Zumindest aus der Stadt sei die auch schnell gekommen, berichten die Zuständigen: Hartmut Müller vom Neustädter Abwasserbehandlungsbetrieb habe schnell reagiert und eine Vertiefung des Zulaufs zum Franzsee aus dem Moor mittels Baggerarbeiten ermöglicht. Leider ohne nachhaltigen Erfolg – der Zulauf über den Seegraben versiegte bereits nach zwei Tagen wieder.

Für Wasser aus der Leine braucht es Genehmigungen

Hilfe könne noch eine Wasserentnahme aus der Leine bringen, sind sich die Verantwortlichen einig. Hierzu braucht es Genehmigungen aus verschiedenen Fachbereichen der Region Hannover. Ob eine Wasserentnahme genehmigt wird, hänge unter anderem vom Wasserstand und der Wasserqualität der Leine ab, teilt Regionssprecherin Christina Kreutz auf Anfrage mit.

Die Verantwortlichen wollen nun die entsprechenden Anträge stellen, hoffen aber auch auf eine unbürokratische und schnelle Lösung. „Wir müssen die entsprechenden Unterlagen zusammenstellen und mit einer vier- bis sechswöchigen Bearbeitungszeit rechnen. Das ist für den Franzsee zu lange“, ist sich Hahn sicher.

Von Mirko Bartels

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