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Nachrichten Streit um Kita-Plätze in Schneeren und Helstorf geht weiter
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Streit um Kita-Plätze in Schneeren und Helstorf geht weiter
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00:18 08.06.2019
In Neustadts Kindertagesstätten fehlen Plätze – wo wird nun gebaut, ist die Frage (Symbolbild). Quelle: Agentur 54°
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Neustädter Land

In Sachen Kita-Ausbau geht die Stadt an ihre Grenzen. Nun gibt es einen Konflikt zwischen Rat und Verwaltung um die Einrichtungen in zwei Dörfern. Nachdem Ausbauten in zahlreichen Einrichtungen schon länger geplant sind, sind im Frühjahr aus Schneeren, Helstorf, Mardorf und Poggenhagen noch zusätzliche Anträge eingegangen: In Schneeren sollen nach Wunsch von Eltern und Ortsrat weitere Plätze auf Dauer entstehen, in Helstorf wird zwar angebaut, aber bis die neuen Räume fertig sind, fehlen Plätze. Auch Mardorf sieht Bedarf für einen Ausbau, in Poggenhagen fehlen Hortplätze.

Verwaltung verweist Eltern auf Nachbardörfer

Die Vorschläge, die die Stadtverwaltung dazu macht, schmecken Schneerenern und Helstorfern gar nicht. Demnach soll die Kita in Mardorf so erweitert werden, dass auch die Schneerener Kinder dort Platz finden, weil das dort deutlich einfacher und preisgünstiger möglich ist. Auch für die Helstorfer Lücke verweist die Stadtverwaltung auf die Einrichtungen der Nachbardörfer Mandelsloh, Scharrel und sogar Stöckendrebber, in denen noch Plätze zur Verfügung stünden. Einzig die Hortplätze in Poggenhagen können nach Ansicht der Verwaltung einigermaßen problemlos geschaffen werden.

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Entscheidung zu Helstorf noch in der Schwebe

Einige der Verwaltungsvorschläge hat der Jugend- und Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt. Die Politiker wollen mehrheitlich, dass die Kita Schneeren rasch erweitert wird, die Kita in Mardorf ebenfalls, aber erst später. Um die Lage in Helstorf zu beurteilen, wollen die Politiker bis zur nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses am Dienstag, 11. Juni, noch aktuelle Zahlen zur Belegung haben, damit die Entscheidung fallen kann.

Stadt hat Ausbau in zehn Einrichtungen vor

„Es wäre gut, wenn die Politiker dann auch Vorschläge machen würden, wo wir das nötige Geld und Personal einsparen können“, sagt nun Stadtsprecherin Nadine Schley. Aktuell sind Erweiterungen für zehn Einrichtungen in Arbeit, nämlich die AWO-Kita, die Auengärten und die Klax-Kita in der Kernstadt, außerdem Eilvese, Mariensee, Stöckendrebber, Scharrel, Mandelsloh, Helstorf und Büren – das bringt 142 Krippen- und 165 Kitaplätze in 15,5 Gruppen. „Wenn wir alle Initiativanträge umsetzen würden, die aus den Ortsräten kommen, müssten wir in 17 Einrichtungen mehr als 30 Gruppen schaffen“, sagt Schley. Aktuell fehlen 221 Kitaplätze im Stadtgebiet, 44 in Krippengruppen für unter Dreijährige, 139 im Kindergarten und 38 im Hort, wo Schulkinder nachmittags betreut werden.

„Wo Sofortlösung erforderlich ist, sofort handeln“

Die vorgeschlagenen Lösungen für die fehlenden Plätze in Schneeren und Helstorf hätten sich die Verwaltungsmitarbeiter wohl überlegt, sagt Schley noch. In Helstorf geht es um die 110.000 Euro Kosten für einen Container. In Schneeren ist nicht genügend Platz auf dem Grundstück der Kita, ein Nachbargrundstück müsste erst erschlossen werden, um darauf Container abzustellen. Die Sozialdemokraten unterstützen den Schneerener Antrag ebenso wie die Christdemokraten: „Wo eine Sofortlösung erforderlich ist wie in Schneeren, muss auch sofort gehandelt werden“, sagt der stellvertretende Fraktionssprecher Björn Niemeyer. Den Initiativantrag auf Erweiterung in Mardorf könne man später bearbeiten, wenn der vordringliche Bedarf an Plätzen gedeckt sei.

Von Kathrin Götze