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Nachrichten Blumenmeditation in St. Peter und Paul
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Blumenmeditation in St. Peter und Paul
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00:19 26.04.2019
Claus Crone zeigt in der Kirche St. Peter und Paul, wie man über Blumen meditiert. Quelle: Marleen Gaida
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Neustadt

Manchmal wirkt das Handeln einer Person noch lange nach, auch wenn sie nicht mehr vor Ort ist. So ist es auch mit dem Blumenbeet in der Kirche St. Peter und Paul, das seit nunmehr 18 Jahren in der Osterzeit zu Füßen des Altars ausgebreitet wird. Lisa Dietz, die damalige Küsterin hatte dazu die Idee und setzte sie gemeinsam mit Pfarrer Christoph Lindner um. „In der Karfreitagsliturgie werden Blumen mitgebracht, wie zu einer Beerdigung“, erklärt Diakon Claus Crone. Und weiter: „Österlich leben, das heißt in Gottes Garten behutsam mit allem umgehen, was wächst, das zerbrechliche Leben um uns fürsorglich behandeln, wie wir ein Blumenbeet pflegen.“

St. Peter und Paul lädt zur Blumenmeditation ein

Das Blumenbeet in St. Peter und Paul ist aufgrund des Wirkens von Küsterin Dietz über die Jahre zu einem besonderen Neustädter Brauch geworden. Diese Tradition sei nicht speziell katholisch, sagt Crone. Vielleicht sei das im Allgäu, da wo Lisa Dietz herkommt, weit verbreiteter, aber hier in der Region kenne der Diakon keine weitere Kirche, die einen ähnlichen Ritus pflege. Für Crone ist die theologische Bedeutung dahinter: „Gott selbst erweckt die Natur zu neuem Leben – so bekennen wir, wird er auch uns schon hier und heute zu neuem Leben aufwecken.“

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Die katholische Gemeinde bietet ihren Gläubigen und allen Neustädtern an, in den Bänken des Kirchenschiffes bei einer Blumenmeditation zur Ruhe zu kommen. Es gehe darum, dabei über die Schönheit der ganzen Natur zu meditieren und zu staunen. Dabei könne man eine einzelne Blume fokussieren oder den Blütenduft bewusst wahrnehmen. „Meditation ist etwas, das in allen Religionen beheimatet ist, auch in der katholischen Kirche“, erklärt der Diakon. Und fügt an: „Die Frühlingsblumen machen deutlich, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.“

Die Kirche ist an 356 Tagen im Jahr von 8 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet und frei zugänglich.

Von Marleen Gaida