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Nachrichten Schläger schickt Siebenjährigen auf Rachezug gegen Richter
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Schläger schickt Siebenjährigen auf Rachezug gegen Richter
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00:15 23.03.2019
Nach einer Verurteilung im Amtsgericht Neustadt ließ ein Gewalttäter seinen Sohn Rache nehmen. Quelle: Götze
Neustadt

Er wurde angegriffen, gewürgt und in den Bauch getreten: Der siebenjährige Sohn eines Richters am Neustädter Amtsgericht bezog in der Schule Prügel, weil sein Vater einen Gewalttäter verurteilt hatte. Die Bild-Zeitung hat am Montag berichtet. Amtsgerichtsdirektor Michael Giers bestätigt die Fakten.

Schläger nach Angriff auf Ex-Frau verurteilt

Demnach hatte der 40-jährige Richter, der aus Angst um seine Familie seinen Namen nicht veröffentlichen mag, im Jahr 2017 den 41-jährigen Vater von sechs Kindern wegen Körperverletzung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Denn dieser hatte nach einem Sorgerechtsstreit vor Gericht noch vor dem Gebäude seine Ex-Frau angegriffen, sie getreten und geschlagen. Zehn Monate Haft auf Bewährung hieß das Urteil, das dem Vater offenbar gar nicht schmeckte. Er legte Berufung ein.

Vater stiftet Sohn zu Angriff an

Bei einem Elternabend an der Grundschule seines siebenjährigen Sohnes sah er dann den Richter wieder: Auch der hatte einen Sohn an der Schule, ebenfalls sieben Jahre alt. Kurz darauf meldete sich der Richtersohn bei einer Schulangestellten. Er berichtete, er sei angegriffen, gewürgt und in den Bauch getreten worden – und zwar vom Sohn des Schlägers. Gegenüber Schulleiterin und Lehrerin gestand der Siebenjährige: „Mein Vater hat gesagt, dass ich den ruhig schlagen kann, weil sein Vater meinen Vater ins Gefängnis bringt.“ Er müsse seinem Vater doch gehorchen, sagte der Junge noch. In einem Brief am nächsten Tag widerrief der Junge die Geschichte: Er habe seinen Vater missverstanden, der habe nur gesagt, er könne mit dem Jungen spielen, nicht, dass er ihn schlagen solle. Daran glaubte aber niemand mehr.

Urteil für Anstiftung zur Körperverletzung

In einem zweiten Prozess musste sich der Vater für die Anstiftung zur Körperverletzung verantworten: Der Staatsanwalt betonte, die Kinder hätten keinen Streit gehabt, der Angeklagte habe sich seines Sohnes als Werkzeug bedient, um gegen Rechtsprechung vorzugehen. Die Gesamtstrafe lautet jetzt auf elf Monate Haft auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Ein solcher Vorfall ist noch nicht vorgekommen

Einen so krassen Fall von Aggression gegen Richter habe er in 30 Jahren am Amtsgericht Neustadt noch nicht erlebt, sagt Direktor Michael Giers. Als Familienrichter kennt Giers emotionale Ausbrüche und Entgleisungen im Gerichtssaal, auch Beleidigungen gegen Wachtmeister sind schon vorgekommen. Dafür gelte eine Null-Toleranz-Politik, alles werde sofort zur Anzeige gebracht und auch verhandelt, sagt Giers. „Das Besondere an diesem Vorfall ist, dass er außerdienstlich passiert ist – so etwas hat es hier vorher noch nicht gegeben“

Von Kathrin Götze

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