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Nachrichten Radfahrer sehen viel Verbesserungsbedarf
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Radfahrer sehen viel Verbesserungsbedarf
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00:20 30.03.2019
Der linke Radweg über die Löwenbrücke ist für Radfahrer eigentlich tabu - doch ein sicherer Übergang fehlt.
Der linke Radweg über die Löwenbrücke ist für Radfahrer eigentlich tabu - doch ein sicherer Übergang fehlt. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Wer die Bedingungen für Radverkehr in Neustadt verbessern will, hat viel vor. Neben dicken Brettern wie dem Neubau von Verbindungswegen zwischen den Dörfern lassen sich einige gute Effekte auch schon einfacher erzielen. Unsere Leser haben uns auch dafür schon einige gute Ideen mitgegeben. Die Neustädterin Christa Möller zum Beispiel ärgert sich über eine Regelung an der Nienburger Straße. Dort dürfen Radfahrer von Himmelreich kommend den Radweg auf der linken Seite nutzen, auch noch über den Bahnübergang dort fahren. Doch nach der Einmündung Theodor-Heuss-Straße endet das Vergnügen, obwohl der wenig genutzte Radweg auch danach noch breit genug erscheint.

An der theodor-Heuss-Straße endet der Radweg links - obwohl der Platz auch auf der weiteren Strecke ausreichen würde. Quelle: Christa Möller

Das Schild „Durchfahrt für Radfahrer verboten“ sei dort vor einigen Jahren eigens aufgestellt worden, erläutert Neustadts Verkehrskoordinator Benjamin Gleue. „Man wollte wohl verhindern, dass die Radfahrer am Rundeel im Nichts landen.“ Nach dessen Einmündung ist der Radweg tatsächlich zu schmal, um ihn in beide Richtungen zu nutzen, daneben beginnt die Fußgängerzone. Doch zumindest bis zum Rundeel zu kommen, wäre für viele Radfahrer ein Gewinn, sagen auch der ADFC und Leser Claus Volk – Gleue verspricht, man werde die Möglichkeit prüfen, das Schild wieder zu entfernen.

Sichere Überwege für Radfahrer fehlen

Wer geradeaus auf der Wunstorfer Straße weiterfahren will, muss erst einmal ohne sicheren Übergang auf die andere Seite der Nienburger Straße kommen, um dort den Fußweg mitzunutzen – zu Stoßzeiten wird es schwierig, eine Lücke in der autoschlange zu finden. Spätestens an der Kreuzung mit der Marktstraße, Richtung Landwehr, folgt das nächste Hindernis, dort führt der zwischenzeitlich aufgemalte Schutzstreifen von der Fahrbahn wieder auf den Fußweg zurück: „Soll ich da absteigen, über die Straße schieben und auf der anderen Seite weiterfahren?“, fragt Radlerin Möller.

An der Landwehrkreuzung endet der rad-Schutzstreifen - was tun als Radfahrer? Quelle: Christa Möller

Auch Beate Nordhausen nennt eine ganze Reihe kritische Stellen, insbesondere schadhafte Radwege, die von Baumwurzeln aufgeworfen, vom Bewuchs verengt und vom Herbstlaub rutschig sind. Da sei bessere Pflege vonnöten, meint sie, nennt insbesondere den Radweg zwischen Großenheidorn und Poggenhagen. Wer von dort in die Fliegerstraße fahren will, hat auch Schwierigkeiten, die Moordorfer Straße sicher zu queren: Statt des Trampelpfads am Wegesrand wäre dort eine rot markierte Radweg-Überfahrt mit entsprechenden Warnschildern für Autofahrer angebracht.

Radwege haben viele Tücken

Auch der Radweg entlang der Leine in Verlängerung der Apfelallee hat Tücken: „Der Weg sackt ab in Richtung Leine, bei Nässe rutschig, zu eng für Gegen- oder Überholverkehr“, sagt sie dazu. An der Wunstorfer Straße sei der Radweg uneben, dort bildeten sich bei Regen viele Pfützen. Und an der Justus-von-Liebig-Straße im Gewerbegebiet macht der Radweg mit holpriger Oberfläche und unmarkierten Überfahrten den Radfahrern das Leben schwer.

Knifflig ist auch die Situation an der Löwenbrücke: Wer dort aus der Innenstadt kommt, darf den linken Radweg nicht mehr mitnutzen, weil er zu eng ist. Doch die Straße dort zu queren, kann mangels Übergang ebenfalls schwierig werden. Aufstellflächen für Radfahrer vor den Autofahrern an Ampeln, mehr und bessere Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und der Post, Pflege der vorhandenen und Bau neuer Radwege – wer Nordhauses Vorschläge umsetzen will, dem geht die Arbeit nicht so schnell aus.

Gewagt: Eine Radfahrerin ordnet sich - mit entsprechend auffälliger Kleidung - an der Landwehrkreuzung vor die Autofahrer ein. Quelle: Kathrin Götze

Ideen sind weiter gefragt

Haben auch Sie noch Verbesserungsvorschläge für den Radverkehr in Neustadt? Wir sammeln weiter, klären offene Fragen und leiten Ideen auch an die Stadtverwaltung weiter. Rufen Sie uns an, tagsüber unter Telefon (05032) 964315, oder schicken Sie eine E-Mail an neustadt@haz.de.

Von Kathrin Götze