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Nachrichten Politik schiebt Entscheidung über Kita-Ausbauten auf
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Politik schiebt Entscheidung über Kita-Ausbauten auf
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00:18 16.06.2019
Der Kindergarten Schneeren hat Platzmangel. Das alte Sparkassengebäude rechts im Bild könnte sich als Erweiterung für den Kindergarten eignen. Quelle: Kathrin Götze
Neustadt

Der Rat ist ratlos: Eine Entscheidung zu den gewünschten schnellen Erweiterungen der Kindertagesstätten in Schneeren und Helstorf hat der Verwaltungsausschuss am Dienstag nicht getroffen, sondern auf die nächste Sitzung am Montag, 24. Juni, vertagt. Die Stadtverwaltung hat den Politikern zuvor noch einmal erläutert, warum die Wünsche der Ortsräte nicht so leicht umzusetzen sind wie gefordert.

Die Verwaltung schlägt vor, statt Schneeren zunächst die Kita im Nachbardorf Mardorf zu erweitern: Dort gibt es bereits den nötigen Bewegungsraum, auch der Platz am Gebäude reicht aus. In Schneeren hingegen steht zwar das Nachbargebäude, die ehemalige Sparkasse, möglicherweise zur Verfügung – doch es dauert länger, es zu einem Kita-tauglichen Gebäude umzubauen. Deshalb hat der Ortsrat als Alternative gefordert, Container aufzustellen. Doch dafür reicht der Platz auf dem Grundstück nicht aus – die Stadt müsste Land dazukaufen und einzelne Bäume fällen.

Neue Pläne bringen das Konzept ins Wanken

Planung, Aufstellung und Ausstattung eines Containerbauwerks würden nach Auskunft von Stadtsprecherin Nadine Schley sieben Monate dauern und – im Schneerener Fall – 350.000 Euro kosten, weil 16 Module gebraucht würden und das Grundstück noch vorbereitet werden müsste. Darüber hinaus würden städtische Mitarbeiter gebunden, die dann andere Projekte nicht bearbeiten könnten, wie die Feuerwehrhäuser in Otternhagen und Dudensen oder den Mensabau an der Grundschule Mandelsloh.

Deshalb bleibt die Stadtverwaltung dabei, der Erweiterung in Mardorf den Vorzug zu geben. „Wir hatten für den Kindergarten in Schneeren fünf Kinder auf der Warteliste“, berichtet Antje Fröhlich vom Familien-Service-Büro. In vier Fällen hätten die Eltern einen angebotenen Betreuungsplatz in Mardorf abgelehnt, mit der fünften Familie verhandle man noch.

Eltern lehnen Plätze im Nachbarort ab

Ähnlich verhält es sich in Helstorf, wo die Stadt bereits eine Erweiterung plant, aber nicht zum nächsten Kita-Jahr fertigstellen kann. Der Ortsrat fordert dort per Initiativantrag, Container aufzustellen, um die Betreuungslücke zu überbrücken – und auch dort verzichten viele Eltern lieber auf einen angebotenen Betreuungsplatz im Nachbarort. In Mandelsloh beispielsweise seien noch sieben Plätze zu haben, sagt Fröhlich.

Schillack: Rat vermeidet unangenehme Entscheidungen

Der erste Stadtrat Maic Schillack sieht den Umgang des Rats mit der Situation als problematisch an: „Keiner mag die unangenehmen Entscheidungen treffen. Stattdessen wird eher unsere Arbeit als Verwaltung für schlecht erklärt“, sagt er. In der vorausgegangenen Debatte hatten insbesondere Eltern aus den beiden Dörfern die Zahlen angezweifelt, die die Stadtverwaltung genannt hatte. Anmeldemonat für ein Kita-Jahr ist jeweils der November, damit die Verwaltung Zeit hat, die benötigten Plätze möglichst ortsnah zu schaffen.

„Wir können aber keinen Platz im eigenen Dorf garantieren“, sagt Schillack. Er geht, anders als viele Ortsratspolitiker, nicht davon aus, dass die Geburtenzahlen wieder steigen – allen Neubaugebieten zum Trotz. „Die Zahlen sind lange gesunken, jetzt stagnieren sie“, sagt er. Die Nachfrage nach Betreuung steigt aber an –und zwingt die Stadt zum stetigen Ausbau der Plätze.. „Wann da der Sättigungspunkt erreicht ist, wissen wir heute noch nicht“, sagt Schillack.

Konzept sieht elf Ausbauten vor

Elf Neu- und Ausbauprojekte von Kitas stehen aktuell auf dem Plan: Sechs der Kitas sind in städtischer Hand, nämlich die Kita Auengärten im Nordwesten der Kernstadt, die bald fertig werden soll, außerdem Ausbauten in Stöckendrebber, Scharrel, Helstorf, Büren und an der Michael Ende-Schule, die mit der benachbarten ehemaligen Ahnsförth-Schule zur Bildungslandschaft West zusammenwachsen soll.

Auch freie Träger bauen aus, allen voran die AWO, die bis Jahresende um zwei Gruppen wachsen wird. In der ehemaligen Grundschule am Goetheplatz werden neue Räume für die Kita Ratzenspatz geschaffen, auch in den kirchlichen Einrichtungen in Eilvese, Mariensee und Mandelsloh haben Erweiterungspläne. Die Klax-Kita am Klinikum bezieht neue Räume, allerdings ohne zu erweitern. Als neue Projekte sind jetzt private Initiativen in Laderholz sowie für eine Einrichtung namens Maschseekinder im Gespräch, außerdem die Erweiterungen in Schneeren und Mardorf – Planungskapazitäten dafür sieht die Stadt allerdings nicht.

Von Kathrin Götze

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