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Nachrichten Mit Bielerts Muschel kommt der Frühling
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Mit Bielerts Muschel kommt der Frühling
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00:19 18.04.2019
Viktor Nikolaisen (links) und seine Kollegen platzieren die 1,5 Tonnen schwere Muschel vor Karin Bielert-Bopperts Juweliergeschäft. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Das war ein schweres Stück Arbeit: Mit zwei Kranwagen und mehreren Mitarbeitern hat die Steinmetzfirma Krapf am Montagmorgen die Schmucksteine vor dem Juweliergeschäft Bielert ausgetauscht. „Für uns beginnt der Frühling, wenn wieder unsere schöne Muschel vor der Tür steht“, sagt Geschäftsinhaberin Karin Bielert-Boppert. Das Wetter gab ihr Recht. Da kamen Steinmetz Viktor Nikolaisen und seine Kollegen beim Hantieren mit den jeweils 1,5 Tonnen schweren Stücken ein bisschen ins Schwitzen.

Über den Winter steht ein mächtiger, gold glänzender Findling vor dem Geschäft, diesen mussten die Profis zuerst aufladen, bevor sie die Muschel an derselben Stelle platzierten. Er wird auf dem Firmengelände am Krankenhausteich eingelagert. Beide Schmuckstücke sind bei Kindern als Spielgerät beliebt, werden immer wieder gerne bestiegen und mit dem Hosenboden auf Hochglanz poliert. Dass sie vor dem Geschäft stehen, hat aber einen ernsten Hintergrund.

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Vor rund 15 Jahren haben Bielerts den Stein angeschafft, als Schutzbarriere für ihre Geschäftsfront. Damals praktizierten Diebesbanden auch in der Region eine brachiale Einbruchsmethode: Sie fuhren Lastwagen rückwärts mit Wucht in die Schaufenster der Juweliergeschäfte, drangen ein, packten, was sie konnten und sausten wieder davon. „Das kommt auch heute noch manchmal vor“, sagt Bielert-Boppert kopfschüttelnd. Ein Kollege habe kürzlich nach einem solchen Vorfall entschieden, sein Geschäft aufzugeben. „Es war ihm einfach zu viel Stress.“

Von Kathrin Götze

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