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Nachrichten Muslima für ein friedliches Miteinander
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Muslima für ein friedliches Miteinander
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12:02 14.04.2019
Gisela Kanstorf (von links) freut sich über die Rose von Derya Kaya, Melisa Agis und Dilara Demir von der Mädchengruppe der muslimischen Gemeinde. Quelle: Carola Faber
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Neustadt

Drei junge Frauen stehen in der Neustädter Fußgängerzone. Sie verschenken Süßigkeiten, Datteln und Rosen. „Wir möchten die Passanten erfreuen, schöne Ostern und eine gute Ferienzeit wünschen und ins Gespräch kommen", erklärt Derya Kaya.

Mädchengruppe der islamischen Gemeinde verteilt Rosen

Die 27-Jährige ist Vorsitzende der Mädchengruppe in der Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG). „Die Rose ist ein Symbol für Liebe, Schönheit und Freude. Sie kommt in vielen Kulturen vor", ergänzt die Muslima. „Ich komme aus Neustadt. Ich bin hier im Krankenhaus geboren und in der Kernstadt zur Schule gegangen. Zur Zeit mache ich eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten in Hannover". Mit ihr stehen an dem Stand in der Marktstraße Melisa Agis, die ihr Ausbildung zur Fachangestellten macht und die Abiturienten Dilara Demir. „Natürlich haben wir viele Kontakte in Neustadt. Unsere Mitschüler haben sehr unterschiedliche Religionen und Nationalitäten. Aber wir bemerken immer wieder, dass sich viele nicht trauen, uns anzusprechen", bemerkt Melisa Agis. „Zum Beispiel das Kopftuch. Meine Mutter und meine Schwester tragen ein Kopftuch – ich nicht. Diese Entscheidung ist jedem selbst überlassen", berichtet die 17-jährige Dilara Demir.

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Melisa Agis (von links), Dilara Demir, Derya Kaya und Dorothea Schramm im Gespräch. Quelle: Carola Faber

„Wir wissen, dass viele Menschen den Islam zunehmend als Bedrohung empfinden. Empfänglich für Vorurteile ist man dort, wo es an persönlichen Kontakten mangelt, deswegen sind wir heute hier. Wir möchten ein Zeichen setzen, mit anderen ins Gespräch kommen, uns vorstellen und Fragen rund um den Islam und die Muslime beantworten", ergänzt Derya Kaya. Sie verteilt weiter Blumen und fragt die vorbeilaufenden Passanten: „Möchten Sie etwas wissen?" Viele schütteln den Kopfe, lehnen dankend die Geschenke ab. Ein Frau beklagt, dass sie es nicht gut findet, dass sich beim Islam Frauen und Männer aus religiösen Gründen nicht die Hand geben und sagt: „Wer hier lebt, sollte sich anpassen". Einige freuen sich über die Gesten. „Ich finde es richtig toll, dass Sie hier stehen. Wir sind alle für ein friedliches Miteinander. Es gibt hier auch Veranstaltungen für Muslime und Christen. Kommen Sie doch einfach vorbei", fordert Gisela Kanstorf die Frauen auf. „Das möchte ich sehr gerne", antwortet Dilara Demir erfreut.

Von Carola Faber