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Nachrichten Stadtgeschichte: Schacht Adolfsglück brachte Geld in Neustadts Norden
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Stadtgeschichte: Schacht Adolfsglück brachte Geld in Neustadts Norden
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00:18 30.06.2019
Nina und Holger Thumann (von links), Artur Minke und Erich Kassebeer stehen an der Lore, die an die Kaliförderung am Schacht Adolfsglück erinnert Quelle: Patricia Chadde
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Vesbeck/Lindwedel

Ein Gedenkstein am früheren Grenzpunkt dreier Landkreise bei Vesbeck soll an gemeinsame Geschichte erinnern. Schließlich ging ohne den vier Kilometer entfernten Nachbarort Hope fast nichts im Vesbeck vergangener Jahrzehnte. Hopes Bahnhof bot die schnellste Verbindung nach Hannover. Außerdem war der Bahnhof Umschlagplatz für Dünge- und Futtermittel, für Schweine und Rinder. In Hope und dem angrenzenden Adolfsglück gab es außerdem Arbeit für alle, die ihren Lebensunterhalt nicht als Bauer, Knecht oder Handwerker verdienen konnten. Salz war der Rohstoff, der damals Finanzkraft in diese Region brachte. Bis zu 600 Menschen schufteten in den Kalischächten, aus denen von 1856 bis 1982 in unterschiedlicher Intensität aus bis zu 600 Metern Tiefe Rohsalz gefördert wurde.

Kalischächte sind verschlossen

In den beiden Schächte wird seit Jahrzehnten nicht mehr gefördert, ihre Eingänge sind mit Mineralgemisch verschlossen. Auch am Bahnhof Hope hält seit vielen Jahren kein Zug mehr. Die Bahnen stoppen jetzt in Lindwedel, zu dem die Ortschaften Hope und Adolfsglück zählen. Gemeinsam gehören sie zur Samtgemeinde Schwarmstedt.

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Gemeinsame Geschichte soll neu belebt werden

Die lange gemeinsame Geschichte soll jetzt neu belebt werden. Noch ist die Gruppenstärke überschaubar, denn sie besteht aus Lindwedels Bürgermeister Artur Minke, der Vesbecker Landwirtsfamilie Thurmann und den örtlichen Jägern. Deren Senior, Erich Kassebeer (88), erinnert sich an einen großen Findling, der vor Jahrzehnten am Grenzpunkt der Gemarkungen Vesbeck, Lindwedel und Plumhof (Wedemark) gelegen habe. Bis zur Gebietsreform 1974 trafen dort noch drei Landkreise aufeinander: Fallingbostel (Kraftfahrzeugkennzeichen FAL), Burgdorf (BU) und Neustadt am Rübenberge (NRÜ). Wo der Findling heute liegt, ist unbekannt.

Neuer Stein für die Verbundenheit

Seit einem Treffen vor Ort im Juni steht fest: Ein neuer Stein soll her – mit Beschriftung und vor allem vor Diebstahl gesichert. Minke und die Thurmanns wollen sich um Unterstützung in den jeweiligen Dörfern und den Gemeinden beziehungsweise Ortsräten bemühen. Eine Gedenkschrift ist ebenfalls in Planung, welche an die große gemeinsame Zeit mit Bahnhof und Kalischacht erinnern soll. Im Sommer 2020 wollen die Planer fertig sein, den Stein aufgestellt und die Informationsschrift veröffentlicht haben. Übrigens hat bis heute ein Detail der ehemals engen Verbindung überlebt: Die Festnetzvorwahl Esperke 05073 gilt bis heute auch für Vesbeck, Hope, Adolfsglück und Lindwedel.

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Woher kommt der Name Adolfsglück?

Der Name führt immer mal wieder zu Irritationen: Adolfsglück. Sollte da etwa ein Diktator und Kriegsverbrecher Namensgeber sein? Nein, der gebürtige Österreicher stand nicht Pate. Namensgeber ist die damalige Arbeiterkolonie Adolfsglück. Diese wurde 1907 gegründet, als in unmittelbarer Nähe im größeren Abstand zu den angrenzenden Dörfern Lindwedel und Hope ein Kalischacht in die Tiefe getrieben wurde, und sich in der Folge Arbeiter aus vielen Teilen des damaligen Kaiserreiches Deutschland dort niederließen. Warum sich die Kolonie damals den Namen Adolfsglück gab, ist allerdings nicht mehr bekannt. Falls Sie, liebe Leser etwas darüber wissen, schreiben Sie gern eine E-Mail mit dem Betreff „Adolfsglück“ an neustadt@haz.de

Von Patricia Chadde