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Nachrichten Frauenberatungsstelle bangt um Finanzierung
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Frauenberatungsstelle bangt um Finanzierung
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19:28 26.06.2019
Freuen sich über den einstimmigen Beschluss des Jugend- und Sozialausschusses: Gleichstellungsbeauftragte Sabrina Kunze (links) sowie Jutta Wienand und Jenni Voigt von der Frauenberatungsstelle. Quelle: Marleen Gaida
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Neustadt

Die Frauenberatungsstelle an der Leinstraße bangt um ihre Finanzierung: Die Region Hannover hat für nächstes Jahr ihren Zuschuss drastisch gesenkt. Gab es in diesem Jahr noch 60.680 Euro, sollen es 2020 nur noch 35.371 Euro sein. Die Region will stattdessen andere unterversorgte Regionen rund um Hannover fördern. „Aufgrund der Umverteilung der Mittel sind wir leider der Verlierer, weil die Region Nordwest überversorgt ist“, erklärt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Sabrina Kunze. Die nächste Beratungsstelle ist bereits in Wunstorf.

Zuschuss der Stadt soll auf 15.000 Euro erhöht werden

In diesem Jahr finanzieren neben der Region auch noch das Land (65.200 Euro) und die Stadt (5108 Euro) die Frauenberatungsstelle. Um die Lücke ab 2020 zu schließen, haben die beiden, in Teilzeit angestellten Pädagoginnen Jutta Wienand und Jenni Voigt, am Dienstag beim städtischen Jugend- und Sozialausschuss um die Erhöhung des Zuschusses auf 15.000 Euro geworben und Zustimmung geerntet. „Es ist ein erstes positives Signal. Jetzt müssen nach der Sommerpause im September der Verwaltungsausschuss und der Rat über den Antrag entscheiden“, sagte Kunze. Und Wienand ergänzte: „Wir sind angetan von dem Votum. Es bedeutet Rückendeckung für unsere Arbeit.“

Dennoch würde auch bei diesem Zuschuss eine Deckungslücke von 15.349 Euro bleiben. Diese Summe will Wienand zusätzlich von der Region einfordern, zugunsten des Bestandsschutzes der Beratungsstelle. Damit könnte die Einrichtung ihre laufenden Kosten decken und müsste die Arbeitszeit des Personals nicht kürzen.

2018 suchten 177 Frauen Beratung

177 Frauen hatten 2018 das Beratungsangebot – auch anonym – in Anspruch genommen. Frauen, die von Problematiken rund um häusliche Gewalt betroffen waren. Dazu zählen nicht nur Schläge, Tritte und sonstige körperliche Misshandlungen, sondern auch psychische Erpressung und finanzielle Unterversorgung. „Wir verzeichnen in unseren Beratungen auch einen hohen Anteil von psychischer Gewalt“, sagt Voigt. Mit ihrer Kollegin berät sie Frauen in Krisen- und Trennungssituationen und zeigt Wege aus den belastenden Beziehungs- und Familienstrukturen.

Von Marleen Gaida