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Nachrichten Naturschutzgebiet Blankes Flat: Erweiterung ist umstritten
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Naturschutzgebiet Blankes Flat: Erweiterung ist umstritten
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19:13 14.07.2019
Beliebter Rückzugsort in Neustadts Norden: Das Naturschutzgebiet Blankes Flat soll neu ausgewiesen und vergrößert werden. Quelle: Mirko Bartels
Vesbeck/Warmeloh

Wenn Naturschutz in Worte gefasst wird, dann klingt das oft geradezu poetisch: „Sandheiden mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen“ finden sich im Blanken Flat zwischen Vesbeck und Warmeloh ebenso wie „dystrophe Seen und Teiche“ – also nährstoffarme Gewässer. Auch „Übergangs- und Schwingrasenmoore“ weist das Landschaftsjuwel aus, ebenso wie Moorwälder. Das Naturschutzgebiet soll jetzt nach neuen Anforderungen neu ausgewiesen und von bisher 47 auf dann 66 Hektar ausgeweitet werden. Der Ortsrat Helstorf hat den Beschlussvorschlag kürzlich mehrheitlich abgelehnt, am Montag berät der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss.

Erweiterungsflächen werden landwirtschaftlich genutzt

Die Erweiterungsflächen liegen im Westen des bisher ausgewiesenen Gebiets, Richtung Neustädter Straße also, und insbesondere den Flächeneigentümern und -pächtern macht die Aussicht, Acker- und Grünland nicht mehr nach Gutdünken nutzen zu dürfen, Sorgen. Der größte Anteil der 19 Hektar Erweiterungsfläche gehört der Familie des Vesbecker Landwirts und Ortsratsmitglieds Stephan Holubarsch, seit mindestens 1851, wie er betont. „Das sind mehr als zehn Generationen.“

Landwirt spricht von stiller Enteignung

Fünf Hektar Ackerland, 1,2 Hektar intensiv genutztes Grünland sowie weitere Pachtflächen dürfte Holubarsch dann nicht mehr wie gewohnt für sein Milchvieh nutzen. Mais, Gras, Getreide, Kartoffeln – die ganze Palette der landwirtschaftlichen Produkte baut er bisher auf den Ackerflächen an. Dabei sei Stickstoffdünger das A und O, um gute Erträge zu erzielen. Doch genau den dürfte er in einem Naturschutzgebiet nicht mehr verwenden. Auch auf den Weideflächen nicht. „Das ist nichts anderes als stille Enteignung“, findet Holubarsch. Die Entschädigung reiche nicht aus, um den Ertragsausfall zu ersetzen.

Blankes Flat bietet Lebensraum für seltene Arten

Extensiv genutzte Grünlandflächen wie mesophiles (gemäßigtes) Grünland und magere Nassgrünländer sollten auf den Flächen erhalten, entwickelt und wiederhergestellt werden, so die Befürworter. Das Flat biete auf den Heideflächen Lebensraum für Zauneidechsen, wärmeliebende Tagfalter, Wildbienen, Wespen und Heuschrecken, im und am Wasser für den Moorfrosch und diverse Libellenarten.

Im Spätsommer taucht die Heideblüte das Blanke Flat in lila Farbe. Quelle: privat/Archiv

Ortsrat diskutiert Lösungsmöglichkeiten

Hans-Jürgen Kassebeer (SPD) hat als Einziger im Ortsrat der Drucksache zugestimmt. „Ich kann verstehen, dass die Landwirte das nicht gut finden. Aber ich finde, wir müssen der Natur auch wieder etwas zurückgeben.“ Die Erweiterungsflächen seien in Richtung Flat geneigt, da könne er sich gut vorstellen, dass Dünger auch von dort ins Naturschutzgebiet gespült werde, das ja nun gerade aus nährstoffarmen Flächen bestehe. Ortsbürgermeisterin Silvia Luft sieht den Zwiespalt, will mit den Kollegen weiter nach einer Lösung suchen. Aus der CDU sei auch schon der Vorschlag gekommen, den Landwirten Flächen zum Tausch anzubieten, berichtet sie.

Am Montag, 15. Juli, berät der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss über das Thema. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes, Nienburger Straße 31.

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Von Kathrin Götze

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