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Nachrichten Debatte im Rathaus: „Alle Parkplätze müssen raus aus der Innenstadt“
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Debatte im Rathaus: „Alle Parkplätze müssen raus aus der Innenstadt“
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15:00 11.09.2019
Debatte im Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung: Peter Hake von der UWG (rechts) will künftig keine neuen Parkplatz-Anlagen in der Innenstadt planen. FDP-Ratsfrau Ute Bertram-Kühn (stehend) hält zentrumsnahe Stellplätze auch künftig für unverzichtbar. Quelle: Mario Moers
Neustadt

Keine weiteren Parkhäuser oder neue Parkflächen in der Innenstadt? In der Debatte um ein neues Verkehrskonzept für die Kernstadt plädiert Ratsherr Peter Hake von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) für ein fundamentales Umdenken. „Alle Parkplätze müssen raus aus der Innenstadt“, sagte Hake in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Stadtentwicklung. Dort wurde am Montag über ein Grundsatzpapier abgestimmt, das die langfristigen Ziele hinsichtlich der Verkehrsentwicklung festlegen soll. Darin werden zwar keine konkreten Bauvorhaben genannt, aber eine ganze Reihe von Vorschlägen. Auch ein Park&Ride-Parkhaus in bahnhofsnähe und die Erneuerung der Parkpalette am Rundeel sind darunter.

Visionär oder realitätsfern?

„Wenn wir den Durchgangsverkehr konsequent aus der Stadt bekommen wollen, ist es nicht richtig, weiter über neue Parkplätze in der Innenstadt zu sprechen“, so Hake. Die UWG fordert seit längerem ein Konzept für die nachhaltige Verkehrsentwicklung. Die aktuelle Debatte um das Verkehrskonzept begrüsst die Wählergemeinschaft deshalb. Hake warnt aber davor, zu kurz zu denken. Wolle man ernsthaft den Radverkehr stärken und Verkehr reduzieren, könne man nicht weitere Parkplätze bauen. Er regte stattdessen an, über stadteigene ÖPNV-Angebote nachzudenken. Ein Bürgerbus könne etwa Bürger aus den Ortschaften in kurzen Taktungen zum Einkaufen transportieren.

Gegenwind von der FDP

Gegenwind bekam Hake von der FDP-Ratsfrau Ute Bertram-Kühn. „Wenn ich die Kernstadt zum Einkaufen möchte, will ich auch hinkommen“, so Kühn. Als eine der flächengrößten Städte der Republik sei es zu kurz gedacht, nur die Wege der Kernstädter zu berücksichtigen. Für Bürger aus entfernteren Ortschaften seien zentrumsnahe Stellplätze auch in Zukunft wichtig. CDU-Ratsherr Heinz-Jürgen Richter sieht in dem neuen Verkehrskonzept, das Verwaltungsexperten erdacht haben, eine realistische Chance, langjährige Probleme zu lösen. „Ich kenne das gar nicht anders, als das hier im Rat geplant wurde. Nur umgesetzt wurde nichts“, so Richter. Da die Politik bis heute nicht in der Lage gewesen sei, die richtigen Lösungen zu finden, „sollten wir jetzt der Verwaltung grünes Licht geben“, so Richter.

Die Verkehrsziele werden auch in der kommenden Sitzung des Ortsrats der Kernstadt am Mittwoch, 2. Oktober, besprochen. Später sollen auch die Bürger beteiligt werden. Langfristiges Ziel ist eine Abkehr von dem Siebzigerjahre-Ideal der autogerechten Stadt. Stattdessen sollen alle Verkehrsarten gleichberechtigt sein.

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Von Mario Moers

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