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Nachrichten Angler setzen Glasaale in die Leine
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Angler setzen Glasaale in die Leine
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15:22 11.03.2019
Die Glasaale sind nur fünf bis sieben Zentimeter groß. Quelle: Holger Machulla
Neustadt

Sie arbeiten für den Artenschutz: Der Angelsportverein Neustadt hat am Sonnabend 38.000 Stück (12,5 Kilogramm) Glasaale in die Leine und den Gewässern ausgesetzt, die im Überschwemmungsgebiet liegen. Auf diese Weise versuchen die Angler, den hiesigen Fischbestand wieder aufzubauen. Da seit fast 30 Jahren der Aalbestand in Deutschland rückläufig ist und die Europäische Union bereits die vergleichsweise geringen Abwanderungszahlen anmahnt und mit Geldstrafen droht, setzen die Vereine in ganz Deutschland große Mengen von Jungtieren in den Gewässern aus, um das Aussterben noch zu verhindern.

Aalbestände leiden unter Wasserkraftwerken

Die Aalbestände litten besonders unter den Querverbauungen in den Gewässern, sagt Anglerchef Holger Machulla. Damit sind Bauwerke wie Schleusen und Wasserkraftanlagen gemeint, die nur schlechte oder keine Fischtreppen haben wie zum Beispiel die Mühle in Neustadt. Man habe hier mal über eine Fischtreppe diskutiert, ein Bauwerk aber verworfen, weil der Hauptarm des Flusses ja noch frei ist, sagt Machulla. Die Mühle liegt an einem eigenen Graben, der kleinen Leine.

Glasaale gelten in Asien als Delikatessen

Aus Machullas Sicht ist der Schwarzmarkthandel nach Asien noch das größte Problem für den weltweiten Aalbestand. Dort würden für ein ein Kilo Glasaal, der dort als Delikatesse gilt, 6000 Euro bezahlt. In Deutschland kosten die Besatztiere zwischen 500 und 800 Euro pro Kilogramm. An natürlichen Feinden fehle es den Aalen allerdings auch nicht, allen voran der Kormoran fängt die Jungfische gern, ebenso wie invasive Fischarten wie die Schwarzmaulgrundel.

Farmaale werden im Sommer ausgesetzt

Der ASV Neustadt investiert in diesem Jahr fast 5000 Euro für den Glas- und Farmaalbesatz. Die Farmaale, also etwas größere Tiere, werden im Sommer in die Leine gebracht. Die Angler fangen keinen einzigen der ausgesetzten Aale zurück. Die Aale könnten nur mithilfe einer Förderung in derart großen Mengen von den Vereinen besetzt werden, sagt Machulla noch – an jeder Aktion ist das Land Niedersachsen mit einem namhaften Betrag beteiligt. „Würden die Vereine dabei aber nicht mitziehen, wäre wohl der Niedergang der Aale in Deutschland schon besiegelt“, sagt der Anglerchef.

Aale wandern Tausende Kilometer zum Laichen

Das liegt an der Lebensweise der Fische, die von weiten Wanderungen geprägt ist. Aale schlüpfen im Sargassosee, einer Zone im Atlantik vor der nordamerikanischen Ostküste, wandern vom Larvenstadium an anschließend die 5000 Kilometer an die europäischen Küsten. Wenn sie nach drei Jahren an den Flussmündungen stehen, sind die kleinen Glasaale grade mal 5 bis 7 Zentimeter groß. Nach zehn bis 20 Jahren in den Binnengewässern wandern die zum Teil mehr als einen Meter langen Blankaale wieder ab, um einmal in ihrem Leben abzulaichen und anschließend zu sterben.

Von Kathrin Götze

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