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Region Jetzt kommt Mobike nach Hannover
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11:15 20.09.2018
DAS NEUE: So sehen die Fahrräder von Mobike aus - in Hannover kommen welche mit größeren Rädern und Gangschaltung zum Einsatz.
DAS NEUE: So sehen die Fahrräder von Mobike aus - in Hannover kommen welche mit größeren Rädern und Gangschaltung zum Einsatz. Quelle: Mobike
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HANNOVER

Erneut versucht ein Leihfahrradanbieter in der Landeshauptstadt Fuß zu fassen: Mobike hat begonnen, die ersten von zunächst 400 seiner Fahrräder in Hannover aufzustellen. Wie beim „Vorgänger“ namens Obike können die Räder per Handy-Anwendung gebucht und gefunden werden, dürfen nach Fahrtende an (nahezu) beliebiger Stelle im Stadtgebiet abgestellt werden. Nach dem Ärger und dem Scheitern von Obike (Singapur) verspricht Mobike, in Shanghai (China) ansässig, es anders und vor allem besser zu machen. Hannover ist nach Berlin, Düsseldorf, Köln die vierte deutsche Stadt, wo das Unternehmen es versucht – weltweit ist es in 200 Städten präsent.

Obike hat im Juli Insolvenz angemeldet und ist seither quasi nicht mehr erreichbar – doch in Hannover stehen oder liegen noch einige hundert seiner gelborange-silbernen Fahrräder herum, viele stark beschädigt. München hat jetzt beschlossen, die Räder einzusammeln und zu verschrotten – dort wird geschätzt, dass es zwischen 3000 und 6000 sein könnten. In Hamburg kamen 10 000 neue Obikes erst gar zu dem Anbieter und nicht auf die Straße: Sie wurden nach dem Insolvenzantrag zu einem Großteil verkauft oder versteigert.

Die Stadtverwaltung Hannover erklärte auf Anfrage, dass man mit Mobike noch kein Gespräch gehabt habe, aber für Dienstag eines anberaumt sei. Wie dem Wettbewerber werde man Mobike Standorte benennen, wo die Räder nicht abgestellt werden dürfen – bei Verstößen dagegen, Gefährdungen oder Verunstaltung von Standort-Umgebungen behalte man sich vor, „die Räder zu beseitigen“. Zu Obike gebe es keinerlei Kontakt, „trotz wiederholter Kommunikationsversuche“. Derzeit werde „eine Beseitigung der Räder vorbereitet“ – Einzelheiten stünden noch nicht fest.

Mobike selbst erklärt, man freue sich auf die Zusammenarbeit mit der Stadt. Laut Sprechern Beate Overbeck sei es „unser Ziel, das entgegengebrachte Vertrauen der Stadt zu bestätigen und die Verkehrssituation in Hannover nachhaltig zu verändern“. Man werde auch über „Parkverbotszonen“ für die Leihräder sprechen. Es werde ein Team mit lokalen Mitarbeitern aufgebaut, denn ortskundiges Personal sei wichtig „und erleichtere die optimale Verteilung der Fahrräder“. Diese seien an den europäischen Markt angepasst – also größer und nicht so, wie die vom (ehemaligen) Wettbewerber Obike, der auch hier die „asiatische“ Variante aufgestellt hatte – mit relativ kleinen 24-Zoll-Rädern, wie dort üblich. Ansonsten sind sie ebenso schlicht und robust ausgestattet, für kurze Fahrten in der Stadt ausgelegt, mit Vollgummireifen. Man wolle innerhalb von 24 Stunden auf Beschwerden reagieren, das Service-Team sei täglich vor Ort und würde auch ungünstig geparkte Räder umparken.

Beate Overbeck Sprecherin und Managerin Leihradanbieter Mobike Deutschland. Quelle: Mobike

Ein Test der Obike-Räder durch die NP hatte ergeben: Die sind recht schwer und lassen sich nicht flott bewegen. Das könnte bei den neuen Leihrädern anders sein: Laut der Mobike-Sprecherin haben die Fahrräder auch eine 3-Gang-Schaltung.

Wie beim angeschlagenen Konkurrenten sind die Leihräder per Handy-App zu ordern – allerdings muss keine Kaution eingezahlt werden. Nur für die erste Nutzung sind fünf Euro einzuzahlen, damit die erste Abbuchung nach der ersten Fahrt auch gesichert ist. „Diese fünf Euro sind ausschließlich Fahrguthaben, keine Kaution“, versichert die Sprecherin. 20 Minuten kosten laut Overbeck einen Euro, wer einen Monat buche, zahle 12,50 Euro, wer die Räder ein Jahr beliebig oft nutzen will, zahle 60 Euro für den Jahrespass. Die Zahl der angebotenen Fahrräder soll „je nach Nachfrage“ angepasst werden.

Die Obike-Räder waren am Montag noch über die Handy-App reservier- und buchbar. Ob das vor Ort dann auch funktioniert und die (inzwischen relativ wenigen) Räder entsperrt werden und fahrbereit sind, ist eine andere Frage.

Von Ralph Hübner

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