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Region A 400 M landet erstmals in Wunstorf
Region A 400 M landet erstmals in Wunstorf
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19:22 17.12.2014
Von Klaus von der Brelie
Foto: Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin zeigte sich der Militärtransporter A 400 M bereits.
Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin zeigte sich der Militärtransporter A 400 M bereits. Quelle: dpa
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Wunstorf

Der Militärairbus A 400 M wird in Sevilla in Spanien fertiggestellt und soll dort morgen zum Überführungsflug nach Deutschland abheben. Die Besatzung der Maschine ist bereits zu Beginn der Woche von Wunstorf nach Sevilla gereist. Das Lufttransportgeschwader LTG 62 in Wunstorf verfügt mittlerweile über 16 Piloten und zehn Ladungsmeister, die für die Arbeit mit dem A 400 M ausgebildet wurden.

Der Militärairbus löst die fast 50 Jahre alten Transall-Maschinen ab und soll die Bundeswehr in die Lage versetzen, Soldaten und Gerät sehr schnell zu Einsatzorten in aller Welt zu verlegen. Das Verteidigungsministerium hat 53 Flugzeuge beim Airbus-Konzern bestellt. Davon sind zunächst 40 für die deutschen Streitkräfte vorgesehen, 13 Maschinen sollen nach Möglichkeit auf dem Weltmarkt verkauft werden. Die für die Bundeswehr vorgesehen Militärairbusse werden ausnahmslos in Wunstorf stationiert. Der dortige Fliegerhorst – er stammt aus den dreißiger Jahren – wurde deshalb für mehr als 500 Millionen Euro modernisiert. Die Gesamtkosten für die Beschaffung der neuen Transportflugzeuge werden auf rund 25 Milliarden Euro geschätzt.

Doppelt so groß wie die Transall

Beim A 400 M handelt es sich um ein viermotoriges Propellerflugzeug, das 45 Meter lang ist und eine Nutzlast von rund 37 Tonnen hat. Voll beladen kann er rund 8700 Kilometer weit nonstop fliegen. In seinem Inneren ist Platz für acht kleine Panzer oder zwei Hubschrauber oder 116 voll ausgerüstete Fallschirmjäger. Zum Vergleich: Die Transall ist kaum halb so groß, hat nur zwei Triebwerke und eine Reichweite von nur 1853 Kilometern. Während das neue Flugzeug fast so schnell ist wie ein Düsenjet und auch Kampfflugzeuge sowie Hubschrauber in der Luft betanken kann, bringt es die alte Transall nur auf eine Reisegeschwindigkeit von 485 km/h.

Die Auslieferung des neuen Transportflugzeuges an die Bundeswehr hat sich mehrfach verzögert. Unter anderem stellten sich große Probleme bei der Entwicklung der leistungsstarken Propellantriebe ein. Auch wenn die Bundeswehr am Mittwoch den Vertrag über die Übernahme des ersten Militärairbusses unterschrieben an – das Flugzeug entspricht noch immer nicht allen Erwartungen der Auftraggeber. Seine Fähigkeiten sind nach Einschätzung der deutschen Militärs noch unzureichend. So ist es bisher nicht in der Lage, Soldaten oder Material aus der Luft abzusetzen. Auch die ursprünglich geplante Tiefstflugfähigkeit ist nicht gegeben. Außerdem verfügt das neue Flugzeug vorerst nicht über ein System zur Abwehr von Boden-Luft-Raketen, wie das Verteidigungsministerium jüngst in einem Bericht für den Bundestag einräumte. Wann alle 40 Transportflugzeuge in Wunstorf eingetroffen sein werden, vermag derzeit niemand zu sagen. Es könnte bis zum Jahr 2020 dauern. Bis dahin wird die Luftwaffe weiterhin auch die Transall nutzen.     

Kerstin Hamann 15.12.2014
Michael B. Berger 14.12.2014
08.12.2014