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Nachrichten Schwimmerbecken im Freibad bleibt geöffnet
Region Lehrte Nachrichten Schwimmerbecken im Freibad bleibt geöffnet
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00:41 27.05.2018
Das Wasser im Schwimmerbecken soll künftig ein Grad wärmer sein. Und die Zeit der handschriftlichen Temperaturangaben ist demnächst vorbei.
Das Wasser im Schwimmerbecken soll künftig ein Grad wärmer sein. Und die Zeit der handschriftlichen Temperaturangaben ist demnächst vorbei. Quelle: Katja Eggers
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Lehrte

Die Ankündigung hat viele Schwimmfreunde erzürnt – jetzt ist sie endgültig vom Tisch. Der Aufsichtsrat der Lehrter Bädergesellschaft hat am Mittwochabend beschlossen, das Schwimmerbecken im Freibad am Hohnhorstweg doch während der gesamten Saison geöffnet zu halten. Den Versuch, das Becken ab dem 11. Juni zu schließen und alternativ das Becken im Hallenbad anzubieten, ist damit abgeblasen.

Bürgermeister Klaus Sidortschuk, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, sprach am Donnerstagmittag von einer „durchgängigen Meinung“ in dem Gremium. Niemand habe mehr dafür plädiert, den Versuch mit der Schließung des Schwimmerbeckens zu starten. Ursprünglich hatte man gehofft, mit dieser Maßnahme mehr Besucher anzulocken, da das Becken im Hallenbad leichter zu heizen und auch bei schlechtem Wetter gleichmäßig warm ist.

Sidortschuk lässt keinen Zweifel daran, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats von den Argumenten der Bürger während des Infoabends zum Freibad beeindruckt waren. Ausnahmslos alle Verantwortlichen waren bei der Veranstaltung im Kurt-Hirschfeld-Forum in der vergangenen Woche dabei gewesen. Dabei äußerten nahezu alle Redner Unverständnis dafür, das Schwimmerbecken des Freibads zu schließen. Die Stimmung war teils aufgeheizt und gereizt. Die Besucher äußerten aber auch etliche Ideen, wie das Freibad attraktiver werden und der Besucherrückgang gestoppt werden könnte.

Dazu hat der Aufsichtsrat am Mittwochabend erste Maßnahmen beschlossen. Die Temperatur im Schwimmerbecken soll steigen – von 23 auf künftig in der Regel 24 Grad. Die Wassertemperatur wird künftig auch nicht mehr allein auf eine Kreidetafel geschrieben, sondern mit einem für alle Gäste zugänglichen Thermometer festgehalten. Damit reagiert die Bädergesellschaft auf den Vorwurf, die handschriftlich verfassten Temperaturangaben seien mitunter nicht korrekt. Die Erhöhung der Wassertemperatur soll ausschließlich mit den vorhandenen technischen Anlagen geschehen. Ein zusätzliches Blockheizkraftwerk am Schwimmerbecken, wie am Infoabend vorgeschlagen, könne im laufenden Betrieb jedoch nicht eingebaut werden. Dazu müssten unter anderem neue Rohrleitungen am Boden des Beckens gelegt werden, heißt es.

Der Aufsichtsrat will aber noch mehr. Er beauftragt die Stadtverwaltung, eine umfassende Informationsvorlage zum Hallen- und Freibad zu erstellen. Sie soll Informationen zu möglichen Modernisierungen beinhalten. Das Papier ist zunächst für den Ausschuss für Sport und Freizeit gedacht, soll aber nur den Auftakt einer großen öffentlichen Debatte über das Thema darstellen. Die Forderung nach einem solchen Vorgehen hatten in der vergangenen Woche schon unabhängig voneinander die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken sowie die CDU-Opposition aufgestellt.

Sidortschuk kündigt an, dass die Informationsvorlage auch die Kosten für eine Sanierung des Bads beinhalten soll. „Wir wollen eine Faktengrundlage für weitere Diskussionen schaffen“, kündigte der Bürgermeister an. Schon im Verlauf des Infoabends hatte Sidortschuk dargestellt, dass bauliche Veränderungen in den Gebäuden den gültigen Bestandsschutz aufheben und dann auch hohe Investitionen etwa in den Brandschutz nach sich ziehen würden.

Die Debatte um die Modernisierung und Attraktivitätssteigerung des Lehrter Bads, das nicht nur für Sidortschuk schon jetzt zu den „schönsten weit und breit“ gehört, hat also erst begonnen. Der Bürgermeister rechnet mit einem langen Diskussionsprozess. Er hofft auch auf eine breit angelegte Debatte, in der sich die Bürger weiter konstruktiv mit einbringen.

Von Achim Gückel