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Region Lehrte Nachrichten Südlink: Schlenker über Lehrte?
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19:08 21.08.2014
Nach den Ideen der BI aus Isernhagen könnte Südlink an Aligse und Röddensen vorbei führen.
Nach den Ideen der BI aus Isernhagen könnte Südlink an Aligse und Röddensen vorbei führen. Quelle: Achim Gückel
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Lehrte/Burgdorf

Rund 200 Gäste hatten sich am Dienstagabend zu einem Informationsabend über das Thema Südlink im Altwarmbüchener Rathaus versammelt. Die Bürgerinitiative (BI)Stromtrasse-Isernhagen legte dem Stromnetzbetreiber Tennet dabei ihre Variante zum bisher vorgestellten Korridor für die Stromtrasse vor, für deren Prüfung sich auch Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya aussprach. Die Leitung würde demnach zwischen Beinhorn und Heeßel sowie Kolshorn und Röddensen hindurch führen, an Aligse vorbei und dann in zwei Varianten nach Westen in Richtung Autobahn abbiegen. Diese Variante umgehe Engstellen in der bisherigen Planung von Tennet, die im Bereich Kirchhorst Stelle liegen, meint die BI - darunter ein wertvolles Flora-Fauna-Habitat-Gebiet sowie zwei Punkte, an denen der Mindestabstand von 200 Metern zu Gehöften unterschritten wird. Außerdem verlaufe die Trasse mit ihren 65 Meter hohen Masten dann nicht durch das Oldhorster Moor.

Laut Sprecherin Anita Berlin hat die BI versucht, einen Korridor für den Südlink zu finden, der größeren Abstand zur Besiedlung hat und trotzdem an keiner Stelle schlechter als die von Tennet vorgeschlagene Trasse sei. Es gehe nicht darum, Isernhagener Gebiet zu verschonen. Vielmehr wolle man Tennet zwingen, „rauszurücken mit seinen Kriterien“.

Die von der BI vorgeschlagene Alternativtrasse ist nicht ohne Konfliktpotenzial. Orte wie Aligse oder Kolshorn, für die das Thema Südlink bisher weit weg war, wären plötzlich unmittelbar betroffen. Die zwei Varianten im alternativen Plan der BI - südlich und nördlich der A 2 - bergen weitere Probleme. Die nördliche würde kilometerweit durch den Ahltener Wald führen. Tausende Bäume müssten abgeholzt werden. Die südliche Variante würde bei Lehrte zwischen dem Blauen See und der Westtangente entlangführen und nur haarscharf nördlich des geplanten Containerterminals Megahub verlaufen.

Ob der Vorschlag der BI tatsächlich bei den Planern ins Kalkül gezogen wird, ist offen. Im Herbst will Tennet ins Genehmigungsverfahren für die Stromautobahn einsteigen. Für Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk sind die Ideen aus Isernhagen „vollkommen neu“. Er wolle „solche Vorschläge ins Blaue“ nicht kommentieren, sagt aber auch, dass es sich die BI aus Isernhagen „zu leicht“ mache, wenn sie jetzt kurzerhand neue Varianten für den Trassenverlauf des Südlink präsentiere.

Lehrtes Bürgermeister betont, dass sich alle Beteiligten einig seien, dass die Nord-Süd-Stromautobahn notwendig ist. „Aber die Position der Stadt Lehrte dazu ist klar. Wir wollen dargelegt bekommen, warum ein bestimmter Trassenverlauf besser ist als ein anderer. Genau so hat sich auch die Region Hannover positioniert“, sagt Sidortschuk. Er spielt damit auf denkbare Trassen für den Südlink an, die fernab der Region Hannover verlaufen.

Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann reagiert auf den Vorschlag der BI aus Isernhagen abwehrend: „Es kann nicht sein, die eigene Betroffenheit und damit verbundene Problemlagen beim Nachbarn abzuladen. Dieser Versuch wird von der Stadt Burgdorf massiv zurückgewiesen.“ Allerdings teilt Baxmann die Auffassung des Kollegen Bogya aus Isernhagen, dass Tennet bislang nicht ausreichend und überzeugend begründet habe, warum statt einer Trasse durch den Ballungsraum Hannover nicht der weniger konfliktbeladene Korridor Ost durch Sachsen-Anhalt und Thüringen möglich sein soll.

Von Martin Lauber, Achim Gückel und Norbert Korte

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