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Region Lehrte Nachrichten Das Projekt Villa Nordstern kommt voran
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00:19 30.11.2018
Die ersten Sanierungsarbeiten an der Villa Nordstern in Lehrte haben bereits begonnen. Quelle: Achim Gückel
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Lehrte

Der Umbau der historischen Villa Nordstern am Sülterberg in einen Wald- und Bewegungskindergarten hat schon vor einigen Wochen in Teilbereichen begonnen. Jetzt ist auch das politische und bauplanerische Verfahren dazu einen Schritt weitergekommen. Der Lehrter Bauausschuss befürwortete am Montagabend, die Bauleitplanung auf den Lehrter Rolf Neumann zu übertragen, dem die Villa jetzt gehört. Die Politiker machten ihm aber auch eine Auflage. Der Bauplaner muss zusätzlich ein Betriebskonzept für die Kita sowie einen verbindlichen Nachweis über einen Betreiber vorlegen. Sollte Neumann das nicht schaffen, liegt das Projekt vorerst auf Eis. Die letzte Entscheidung über das Thema fällt der Rat der Stadt.

Über Neumanns Projekt hatte der Bauausschuss schon im Oktober erstmals geredet. Damals ging es auch um das Vorhaben des Bauplaners, einen Teil des riesigen Grundstücks an der Villa zu Bauland zu machen. Mit dem Verkauf von acht bis neun Grundstücken für Einfamilienhäuser im nördlichen Bereich des Areals will Neumann die Investitionen an der Villa zum Teil gegenfinanzieren. Werde ihm dieses Vorhaben verwehrt, könne er auch die Villa nicht sanieren, hatte er im Oktober gesagt.

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Über die Bauplätze, deren Zufahrt über die Straße Sülterberg geschaffen werden soll, gab es am Montagabend keine Kontroversen mehr. „Das ist so okay“, sagte etwa CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Man wolle es Neumann durchaus ermöglichen, mit den Bauplätzen das nötige Geld zu verdienen. Der Christdemokrat mahnte aber ebenso wie Burkhard Hoppe (SPD) das Betriebskozept für die Kita und den Nachweis eines Betreibers an. „Damit dort auch wirklich alles so läuft wie geplant“, sagte Hoppe.

Deneke-Jöhrens ging noch weiter. Er skizzierte ein fiktives Szenario, dass am Ende doch kein Betreiber für die Kita zur Verfügung stehe und schließlich die Stadt einspringen müsse. Das wolle man nicht, sondern müsse die finanziellen Risiken für die Stadt gering halten. Der CDU-Politiker mahnte schließlich auch an, dass Neumann eine „Kita für Lehrter Kinder und keine Elite-Kita“ bauen dürfe.

Neumann selbst hatte schon im September gesagt, dass der Kindergarten in der Villa Nordstern, der im Idealfall einen naturpädagogischen und sportorientierten Ansatz bekommen soll, möglicherweise eine über die Stadtgrenzen hinaus gehende Anziehungskraft entfaltet. Als Betreiber hatte er den Lehrter SV ins Gespräch gebracht. Der Verein plant schon seit einiger Zeit eine eigene Kita. Auf ihn setze er weiterhin, sagte Neumann am Rand der Sitzung.

Der Rat der Stadt berät das Thema am Mittwoch, 28. November, ab 18 Uhr in seiner letzten Sitzung des Jahres. Sie findet im Kurt-Hirschfeld-Forum statt. Dort geht es dann auch um den Bebauungsplan für das Helma-Neubaugebiet am Rand von Immensen, das potenzielle Bauland an der Fortunastraße in Hämelerwald und den Mietspiegel 2019 für Lehrte. Darüber hinaus hat die Gruppe CDU/Piraten erneut eine Aktuelle Stunde zur Zukunft des Lehrter Krankenhauses beantragt.

Von Achim Gückel