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Nachrichten Messerstecher muss sechs Jahre ins Gefängnis
Region Lehrte Nachrichten Messerstecher muss sechs Jahre ins Gefängnis
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00:41 26.03.2018
Symbolbild Quelle: Arne Dedert
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Lehrte

 Ein 49-jähriger Mann ist vom Landgericht Hildesheim am Donnerstag wegen schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zur Unterbringung in einer Drogenentziehungseinrichtung verurteilt worden. 

In der Verhandlung wurde deutlich, dass der gebürtige Braunschweiger kein unbeschriebenes Blatt ist. Seit vielen Jahren ist der 49-Jährige mit dem Gesetz in Konflikt und deshalb schon mehrfach vorbestraft. Ursache sei vor allem seine jahrelange schwere Drogenabhängigkeit, so Gerichtssprecher Philipp Suden. Zur Finanzierung seiner Kokainsucht brauchte er zuletzt täglich erhebliche Geldsummen, die er im vergangenen Jahr unter anderem bei Raubüberfällen erbeuten wollte. 

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In der Verhandlung am Donnerstag ging es nicht nur um den schweren Raubüberfall auf den NP-Markt an der Ahltener Straße in Lehrte im August 2017, sondern auch um einen ähnlichen Überfall auf einen Supermarkt in Braunschweig. Beide Male ging der Angeklagte ähnlich vor und führte ein Messer mit einer 15 bis 20 Zentimeter langen Klinge mit sich. Mit diesem Messer bedrohte der 49-Jährige jeweils die Kassiererinnen und zwang sie zur Herausgabe des Geldes.

An jenem Vormittag im August in Lehrte war der Mann als scheinbar normaler Kunde an die Kasse des Supermarkts getreten. Genau in dem Moment, als die Kassiererin die Geldschublade öffnete, hatte er das Messer gezückt und der Frau an den Hals gehalten. Er hatte mehrere Hundert Euro dabei, als er den Laden verließ. Einen Angestellten, der versuchte, den Räuber aufzuhalten, verletzte er mit dem Messer leicht am Arm. Auf einen anderen trat er ein. Einen weiteren Mann hatte er bei seiner Flucht regelrecht über den Haufen gerannt. Der Mann brach sich bei seinem Sturz ein Bein.

Der auf drei Tage angelegte Prozess endete bereits am ersten Verhandlungstag. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab und entschuldigte sich bei den Opfern. Mit derartigen Gewaltdelikten sei der Mann bislang noch nicht in Erscheinung getreten, erklärte Gerichtssprecher Philipp Suden das Urteil. Zunächst muss der 49-Jährige nun erst einmal ein Jahr in Haft, anschließend stehen ihm zwei Jahre Therapie mit Unterbringung in einer Entziehungsanstalt bevor. Wenn er die Therapie gut abschließe, bestehe die Chance, bereits nach der Hälfte des Strafmaßes – also nach drei Jahren – entlassen zu werden, erklärte Suden

Von Patricia Oswald-Kipper