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Region Lehrte Nachrichten Stadt hat jetzt zwei Gleichstellungsbeauftragte
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00:17 30.11.2018
Freya Markowis und Fokeline Beerbaum-Vellinga freuen sich, dass sie bei der Arbeit zu zweit sind. Quelle: Katja Eggers
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Lehrte

„Ich bin sehr froh, dass ich hier nicht mehr allein bin“, sagt Freya Markowis. Sie ist seit 2015 Lehrtes Gleichstellungsbeauftragte, war jüngst ein Jahr in Elternzeit und ist seit dem Sommer wieder da. Ihre volle Stelle teilt sie sich seitdem mit Fokeline Beerbaum-Vellinga. Jede von ihnen arbeitet 20 Wochenstunden. Beerbaum-Vellinga hat Markowis während ihrer Elternzeit vertreten, nun ist sie ihre Stellvertreterin.

„Aber eigentlich nur auf dem Papier und weil das rechtlich so vorgegeben ist“, betont Markowis. Denn in der Praxis seien beide in ihrer Arbeit gleichberechtigt und vertreten sich bei Bedarf auch gegenseitig. „Dies ist bislang wohl einzigartig, wir probieren das einfach mal aus“, meint Markowis. Bürgermeister Klaus Sidortschuk nenne das Ganze daher auch gern „Lehrter Modell“.

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In der Vergangenheit habe es in Lehrte zwar auch schon mal zwei Frauen für diese Aufgaben gegeben. „Aber dann wurde der Bereich Gleichstellung immer mehr geschrumpft und ist auch gesellschaftlich aus dem Blick geraten“, sagt Markowis. Ihre Vorgängerin Annette Wiede habe seinerzeit noch 30 Wochenstunden gearbeitet. Sie selbst wurde ursprünglich mit lediglich 20 Stunden als Gleichstellungsbeauftragte eingestellt. „Schon da habe ich schnell gemerkt, dass das viel zu wenig ist“, betont Markowis. Das habe man schließlich wohl in der Verwaltung erkannt –Beerbaum-Vellinga durfte nach Markowis’ Rückkehr bleiben.

Die beiden Gleichstellungsbeauftragten haben sich die Arbeit nun aufgeteilt. Markowis ist eher intern und politisch tätig und kümmert sich zudem um den Bereich Gender Mainstreaming. Mit Sehndes Gleichstellungsbeauftragter Jennifer Glandorf leitet sie das Netzwerk Alleinerziehende in Lehrte und Sehnde. Beerbaum-Vellinga ist Leiterin des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt und organisiert das Netzwerk Lehrter Frauenorganisationen. Sie setzt sich für das Frauennachttaxi ein und berät Beschäftigte der Stadt Lehrte bei Mobbing oder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Darüber hinaus sind die Gleichstellungsbeauftragte in alle Entscheidungen involviert, in denen Gleichstellung eine Rolle spielt. Sie begleiten etwa Personalbesetzungsverfahren der Stadt und achten darauf, ob Angebote für Jugendzentren auch Mädchen ansprechen.

Nach außen hin gibt es für die beiden Gleichstellungsbeaufragten ebenfalls viel zu tun. Etwa, wenn Veranstaltungen wie Ausstellungen zum Thema häusliche Gewalt, Infoveranstaltungen oder Newsletter vorbereitet werden müssen. Darüber hinaus beraten sie auch Bürger bei persönlichen Problemen. „Auch Männer, aber die kommen nur ganz selten zu uns“, erklärt Markowis. Für Frauen in akuten Krisen stellen die Gleichstellungsbeauftragten den Kontakt zur Frauenberatungsstelle der AWO her.

Wer den Gleichstellungsbeauftragten Themen oder Veranstaltungen vorschlagen oder ihren Newsletter beziehen möchte, erreicht sie am besten per E-Mail an gleichstellung@lehrte.de.

Zu wenig Frauen leiten Fachdienste

Bei der Stadt liegt die Führung der Fachdienste immer noch klar in Männerhand. Während sich die anderen Leitungspositionen laut Lehrtes Gleichstellungsbeauftragter Freya Markowis mittlerweile zu gleichen Teilen auf Frauen und Männer verteilen, Frauen aber vor allem in Kitas das Sagen haben, werden von 17 Fachdiensten lediglich die drei Fachdienste Personal, Finanzen und Stadtplanung von Frauen geleitet. „Und das, obwohl 70 Prozent der städtischen Mitarbeiter weiblich sind“, betont Markowis. Mit ihrer Stellvertreterin Fokeline Beerbaum-Vellinga begleitet sie die Personabesetzungsverfahren bei der Stadt. „Wir achten darauf, dass Frauen in Führungspositionen nicht unterrepräsentiert sind“, erklärt Markowis. Zu wenig Männer gebe es derweil in den Kitas. Die Zahlen schwanken und liegen derzeit zwischen drei und sieben Mitarbeitern. eg

Von Katja Eggers