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Region Lehrte Nachrichten Viel Zwist um Grundschulanbau in Ahlten
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16:00 26.06.2019
So sieht der Entwurf für den Anbau an der Ahltener Grundschule aus. Es gibt jedoch Kritik an der Verglasung sowie an einem fehlenden Sitzungsraum und weiteren Toiletten. Quelle: Stadt Lehrte
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Ahlten

Die geplante Erweiterung der Grundschule Ahlten mit einem Anbau gestaltet sich schwierig und führt auch zu Differenzen zwischen SPD und CDU. Weil die Zeit drängt, hat sich der Schulausschuss bei der Vorstellung des Entwurfs auf Wunsch der CDU und des Ortsrats Ahlten geeinigt, dass auch ein Sitzungsraum für den Ortsrat mit eingeplant sowie eine WC-Anlage in Nähe der Mensa geprüft werden sollen, damit Besucher nicht durch die ganze Schule laufen müssen. Die Verwaltung betonte aber, dass der Auftrag „Schule first“ laute, was auch die SPD und die Schulleitung einforderten.

Anbau kostet rund 1,5 Millionen Euro

Die Stadt beziffert die Kosten für den Anbau mit rund 1,5 Millionen Euro. Darin sind eine Mensa mit 125 Quadratmetern für die 150 Schüler vorgesehen, zwei allgemeine Unterrichtsräume, ein Diffenzierungsraum für Inklusion, Musik und als Ruheraum sowie ein Besprechungsraum. Auch ein Fahrstuhl als barrierefreier Zugang ist laut Geraldine Bach von der Gebäudewirtschaft geplant, ebenso Rampen im Erdgeschoss. Der Aufzug bekommt eine Außentreppe und wird weitgehend verglast. Das lehnte Reneé-Michael Friedrich (CDU) ab: „Das ist bei der Südausrichtung eine unglückliche Lösung.“ Auch FDP-Vertreterin Annette Sturm-Werner überzeugte dies nicht. „Das sollte man überdenken.“ Bach erwiderte, dass es sich um einen Vorentwurf handele, wo noch „nichts in Stein gemeißelt“ und eventuell Rollos denkbar seien.

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Der vehementen Forderung des Ortsrats Ahlten nach einem Sitzungsraum, vorgetragen von der Ortsbürgermeisterin und Ausschussmitglied Heike Koehler, stimmte Maren Thomschke (SPD) für ihre Fraktion schließlich zu. Sie mahnte aber an, dass man sich von dem Begriff Veranstaltungsraum trennen müsse, sondern die Erweiterung von Klassenräumen im Vordergrund stehe: „Wir müssen dem erhöhten Bedarf zeitnah gerecht werden.“

„Hauptzweck muss Schule bleiben“

Das betonte auch Schulleiterin Ulrike Warnecke. Es sei bei den Gesprächen mit der Stadt immer um die Erweiterung der Grundschule gegangen, und nicht darum, in dem Anbau auch eine Art Dorfgemeinschaftsraum zu schaffen. „Der Hauptnutzungszweck muss Schule bleiben“, fasste es der Ausschussvorsitzende Thomas Diekmann zusammen. Die Prognosen der Stadt sagen, dass aus den derzeit zehn Klassen bald schon zwölf oder noch mehr werden könnten.

Die städtische Planerin Geraldine Bach hatte dazu den Begriff „Schule first“ eingeführt. Wenn man aber auch eine Versammlungsstätte für Vereine schaffen wolle, wäre eine eigene Toilettenanlage notwendig – was aber eine Erweiterung des Raumprogramms wäre und höhere Kosten nach sich ziehen würde. „Schule first“ wünschte sich auch die Schulleiterin. Wenn ein Dorfgemeinschaftsraum kommen sollte, wäre eine neue WC-Anlage in der Nähe des Anbaus „unumgänglich“. „Es geht auf keinen Fall, dass Besucher dann durch die ganze Schule laufen.“

Beate Forgber, Vertreterin der Lehrkräfte im Ausschuss, brachte noch eine andere Variante ins Spiel. Sie plädierte dafür, unbedingt Toiletten im Mensabereich einzuplanen, weil der Weg für die Schüler in den Altbau sonst zu weit sei. Noch nicht entschieden ist, ob es ein neues Gutachten zur Untersuchung der Gebäudesubstanz geben soll.

Freuen dürfen sich dagegen die Ahltener Musikanten: Sie dürfen noch übergangsweise bis zu fünf Jahre in einem Raum im Anbau bleiben.

Von Oliver Kühn