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Nachrichten Lehrte: Tom Gerhardt sorgt für volles Theater
Region Lehrte Nachrichten Lehrte: Tom Gerhardt sorgt für volles Theater
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15:43 28.09.2018
Hauptdarsteller Tom Gerhardt als Finanzbeamter Bommes (Dritter von links) lässt kein Fettnäpfchen aus. Quelle: Susanne Hanke
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Lehrte

Ausgebeulte Cordhosen und ein himmelblauer Pullover ergänzten souverän die unschuldig naive Miene, die Tom Gerhardt, bekannt als „Hausmeister Krause“, diesmal als spinnerter Finanzbeamte perfekt in Szene setzte. So war er sehr gut aufgehoben in der Komödie „Dinner für Spinner“ von Francis Veber und versorgte das Publikum im ausverkauften Kurt-Hirschfeld-Forum mit viel Humor, die sein Fettnäpfchen-Marathon unweigerlich auslöste.

Darunter zu leiden hatte der taffe Verleger Klüsenberg, der zum „Dinner für Spinner“ besonders trottelige Eigenbrötler mit schrägen Hobbys eingeladen hatte, um sich darüber lustig zu machen. Aber diesmal wurde er Schritt für Schritt selbst demontiert. Denn schon im Vorfeld der besagten Veranstaltung ereilt ihn das Schicksal in Form von Bommes, dem schrulligen Finanzbeamten mit seinem Faible für Streichhölzer, der als Kandidat ausgewählt wurde. Er habe sogar das Kurt-Hirschfeld-Forum mit Streichhölzern nachgebaut, verkündete Bommes stolz und zur Freude des Publikums. Die wohl gefährlichsten Spinner seien diejenigen, die einem behilflich sein wollen, erkannte Francis Veber – und getreu dieser Erkenntnis handelte Gerhardt als Bommes.

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So verjagte er versehentlich die Ehefrau des Verlegers, outete ihn als Obermacho und hetzte ihm den Steuerprüfer auf den Hals, aber alles nur in liebevoller Absicht. Dass ihm dieser Charakterzug abgekauft wurde, lag natürlich auch am herrlich naiven, bisweilen kindlichen Spiel von Gerhardt. Zum Showdown trug die sehr männliche Schürze mit einem nacktem Sixpack, die sich Bommes umband, noch einmal einen hintergründigen Tupfer Ironie bei. Aber das Ende zeigte auch, wer der eigentliche Spinner war. Denn Verleger Klüsenberg musste feststellen, das er selbst der beste Kandidat für sein „Dinner für Spinner“ sei.

Eine Komödie, die Klischees bediente, aber auch zeigte, das Nervensägen ein Herz haben. „Das haben wir gerade noch mal hingekriegt“, freut sich Bommes am Ende. Und das war durchaus doppeldeutig zu sehen.

Von Susanne Hanke