Lehrte: Region Hannover plant Fahrradparkhaus am Bahnhof
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Lehrte: Region Hannover plant Fahrradparkhaus am Bahnhof

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17:00 28.09.2020
So sieht der Entwurf des Fahrradparkhauses in Wunstorf aus. Für Lehrte ist eine ganz ähnliche Anlage geplant. Quelle: Region Hannover
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Lehrte

In Wunstorf entsteht es gerade als Pilotprojekt, nun soll auch Lehrte ein Fahrradparkhaus bekommen. Mit dem vollautomatischen und mehrgeschossigen Fahrradturm will die Region Hannover die Verkehrswende vorantreiben. Das innovative Projekt ist Teil eines Zehn-Punkte-Programms. Unter anderem plant die Region für Pendler, die mit dem Rad zum Bahnhof fahren, zusätzlich mindestens 10.000 Abstellplätze ein. Ausbaubedarf wird auch an den Bahnhöfen in Lehrte und Hämelerwald gesehen.

Der Lehrter CDU-Regionsabgeordnete Bernward Schlossarek begrüßt das Vorhaben ausdrücklich. „Damit würde in Lehrte ein Leuchtturmprojekt entstehen“, sagt er. Ein Fahrradparkhaus stelle einen wichtigen Baustein zum Gelingen der Verkehrswende dar. „Verkehrswende heißt auch, die nötige Infrastruktur zu schaffen – wenn die Leute weniger Auto und mehr Fahrrad fahren sollen, muss man ihnen auch genügend Abstellplätze anbieten“, betont der Regionsabgeordnete.

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Vorhandene Abstellanlagen sind chronisch überlastet

Gerade Lehrte sei ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Viele Pendler würden mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommen, es dort abstellen und dann mit der Bahn weiterfahren. Fahrradabstellplätze seien am Bahnhof jedoch Mangelware. „Die vorhandenen Abstellanlagen sind chronisch überlastet, viele stellen ihre Räder dann wild im Umfeld des Bahnhofs ab“, erklärt Schlossarek.

Die Region will das Problem nun mit einem Fahrradparkhaus lösen, das eine vergleichsweise geringe Grundfläche in Anspruch nimmt. In der geplanten Anlage können die Räder vandalismussicher und diebstahlgeschützt untergebracht werden. Die Nutzer checken ihre Räder am Eingang ein, im Inneren werden sie dann automatisch transportiert und verstaut.

Stadt muss Flächenankauf klären

Die Stadt steht mit der Region in Verbindung, erste Gespräche wurden bereits geführt. „Wir haben großes Interesse daran, dass so ein Radparkhaus in Lehrte realisiert wird“, erklärt Stadtsprecherin Lilian Appel.

Wo genau der Fahrradturm gebaut werden könnte, kann Appel derweil noch nicht sagen. „Die angedachte Fläche steht noch nicht zur Verfügung“, erklärt die Stadtsprecherin. Es handele sich um eine private Fläche auf der Seite der Bahnhofstraße. Der Flächenankauf müsse noch geprüft werden. Das geplante Fahrradparkhaus sei zudem Teil des Verkehrsentwicklungsplans. „Wir müssen da erst die Öffentlichkeitsbeteiligung abwarten“, sagt Appel.

Radparkhaus bietet 200 Stellplätze

Schlossarek hat sich indes bei der Region nach dem aktuellen Stand der Bike-and-Ride-Anlagen in Lehrte erkundigt. Am Bahnhof gibt es laut der Belegungsdaten aus dem Jahr 2018 insgesamt 485 Stellplätze, davon 56 in abschließbaren Garagen, 308 überdacht und 94 an Bügeln.

Das Konzept der Region sieht für Lehrte ein Radparkhaus mit etwa 200 Stellplätzen vor. Für den Bahnhof Hämelerwald ist eine kleinere Anlage in Form einer Doppelstockgarage mit rund 100 Stellplätzen angedacht. Die Planungen für die Anlage in Lehrte könnte im nächsten Jahr aufgenommen werden, dies setze jedoch Einigkeit über den Standort voraus, heißt es seitens der Region. Verkehrssicherung und Unterhaltung der Anlagen sollen weiterhin bei den Kommunen liegen. Das elektronische Zugangssystem verbleibt derweil im Eigentum der Region.

Region plant mit einer Million Euro für Lehrte

Der Bau der Anlage ist für 2022 im Haushalt der Region eingeplant. Für den Fahrradturm in Lehrte wurden rund eine Million Euro für 240 Stellplätze angemeldet. Für Hämelerwald kalkuliert die Region mit 140.000 Euro für 100 Stellplätze.

Die Planungen für Hämelerwald sind ebenfalls frühestens 2021 vorgesehen. Ortsbürgermeister Dirk Werner begrüßt das Vorhaben. „Wir brauchen dringend mehr Abstellplätze – auch für die vielen Pendler aus den umliegenden Orten“, sagt Werner. Platz für neue Abstellplätze sieht er bei der neuen Park-and-Ride-Anlage an der Sternstraße.

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Von Katja Eggers