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Nachrichten Radschnellweg: CDU blitzt mit alternativer Trasse ab
Region Lehrte Nachrichten Radschnellweg: CDU blitzt mit alternativer Trasse ab
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16:23 09.07.2019
Der Eisenbahnlängsweg westlich von Lehrte: Hier soll der Radschnellweg auf gar keinen Fall verlaufen, meint eine Mehrheit im Rat. Quelle: Michael Schütz
Lehrte/Ahlten

Wenn der Radschnellweg von Lehrte bis zur hannoverschen Stadtgrenze bei Anderten gebaut wird, dann verläuft er auf einer Trasse durch die Ahltener Feldmark und durch die Ortschaft. Das steht nach einer Kampfabstimmung des Lehrter Rates endgültig fest. Die Mehrheit aus SPD, Grünen und Die Linke lehnte einen Wunsch der CDU nach Prüfung einer anderen Streckenführung entlang des Eisenbahnlängsweges ab. Auch Sebastian Frenger von den Piraten, der anfangs noch den Antrag mit eingebracht hatte, stimmte am Schluss dagegen.

CDU-Vorschlag aus dem Bürgermeisterwahlkampf

Den Vorstoß, dem Radschnellweg eine alternative Streckenführung zu geben, hatte die CDU im Bürgermeisterwahlkampf vor einigen Wochen gemacht. Sie argumentierte, eine Trasse über den Eisenbahnlängsweg sei kürzer, habe nur wenige Konfliktpunkte und gefährliche Querungen und benötige auch keine zusätzlichen Beleuchtungen. Darüber hinaus werde der mit Konflikten belastete Mischverkehr aus Radfahrern und Autos innerhalb Ahltens vermieden. Daher müsse die alternative Route wenigstens überprüft werden, warb Ahltens Ortsbürgermeisterin Heike Koehler (CDU) im Rat.

Der Birkenstraße in Ahlten: Nach bisheriger Planung soll der Radschnellweg Lehrte-Hannover dort entlangführen. Die CDU befürchtet, dass dies zu Konflikten zwischen Auto- und Radverkehr führen wird. Quelle: Michael Schütz

Doch sie erhielt Gegenwind. Ein scharfer Kritiker der Alternativtrasse ist Ronald Schütz (Grüne). Er nannte die Streckenführung entlang des Eisenbahnlängsweges „keine gute Idee“. In einer Sitzung des Bauausschusses wenige Tage zuvor hatte er sie bereits als „kompliziert“ und als „abseits der Zivilisation“ bezeichnet. Am Eisenbahnlängsweg würde die Radfahrertrasse zudem direkt am Gelände des Megahub vorbei führen. Dort gebe es künftig starken Lastverkehr. „Dort Radfahrer drüber zu schicken halte ich für abenteuerlich“, kritisierte Schütz.

CDU: Alternative Route könnte auch Aligse mit anbinden

Und noch ein Argument hatte der Grüne. Ein Radschnellweg gehöre nicht auf eine Route, die Ahlten nur im Norden touchiere, sondern „in die Kommune rein“. Man müsse ihn so platzieren, dass er auch wirklich „bei der Bevölkerung ankommt“. Schütz warf den Christdemokraten schließlich vor, den Radschnellweg im Grunde gar nicht zu wollen.

Das ließ CDU-Fraktionschef Hans Joachim Deneke-Jöhrens nicht gelten. Es sei schließlich Konsens in der Lehrter Politik, dass man den innerstädtischen Radverkehr fördern wolle. Und mit den Gegebenheiten in der Stadt kennen sich die Lehrter selbst am besten aus, meinte der Christdemokrat. Die bisherige Trasse für den Radschnellweg sei jedoch von Leuten vorgegeben, „die von außerhalb kommen“. Die Route über den Eisenbahnlängsweg binde auch den Norden der Kernstadt sowie im weiteren Verlauf auch Aligse an, bekräftigte die CDU.

Alternativroute müsste erst geprüft werden

Tatsächlich hatte es bereits vor vier Jahren Prüfungen der Metropolregion bezüglich der Trassen von Radschnellwegen gegeben. Jene von Lehrte nach Hannover wurde als wichtig und machbar eingestuft. Die Routenführung durch die Ahltener Feldmark und die Ortschaft war als die beste angesehen worden. Sie wurde auch schon in Details und Problempunkten beleuchtet. Eine Streckenführung entlang des Eisenbahnlängsweges wurde das nicht.

Auch an diesem Punkt setzten die Kritiker des CDU-Vorschlags an. Eine Analyse der Alternativstrecke koste Geld und Zeit, meinen sie. Ebenso hatte auch Markus Baumgarten, Fachdienstleiter für Straßen und Verkehr bei der Stadt, im Bauausschuss argumentiert. Eine Machbarkeitsstudie für die Route am Eisenbahnlängsweg sei zwar durchaus denkbar, aber wer diese bezahle und wie lange sie dauere, stehe in den Sternen. An der bisher favorisierten Trasse sei hingegen „vieles optimal“.

Pirat schwenkt auf Linie der Ratsmehrheit ein

Diese Argumente überzeugten auch Sebastian Frenger von den Piraten, der den Prüfantrag zunächst noch gemeinsam mit der CDU gestellt hatte. Man dürfe das Projekt nicht verzögern. Daher müsse der Antrag zurückgezogen werden.

Das geschah nicht. Es kam vielmehr zu einer Kampfabstimmung. 17 Stimmen aus CDU, FDP und AfD gab es für den CDU-Vorschlag, 21 aus den Reihen von SPD, Grünen und Linkspartei sowie von Pirat Frenger dagegen.

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