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Region Lehrte Nachrichten Deshalb möchte Oliver Gels Bürgermeister werden
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00:18 20.04.2019
Das Umfeld des Bahnhofs ist für den unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Oliver Gels die Visitenkarte der Stadt Lehrte: Es aufzuwerten, sicherer und einladender zu machen, ist für Gels die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

 Wer ihn nach seinen wichtigsten Eigenschaften fragt, bekommt von Oliver Gels sehr schnell das Wort „kommunikativ“ zu hören. Und dann folgen schnell Vokabeln wie „unabhängig“, „unbeschwert“, „frisch“ und „voller Tatendrang“. Mit all diesen Eigenschaften will der 43-Jährige die Lehrter davon überzeugen, ihm am 26. Mai die Stimme zu geben. Oliver Gels geht als parteiunabhängiger Bewerber ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters in Lehrte – gegen die Kandidaten der großen Parteien und möglicherweise auch gegen so manches Hindernis, das ein Unabhängiger zu nehmen hat.

Wahlkampf mit Flyer und Gesprächen

Aber Recht hat er ja, wenn er sich als „kommunikativ“ einstuft. Geht man in diesen Frühlingstagen auch nur fünf Minuten mit Oliver Gels durch Lehrte, bekommt man einen Eindruck davon, wie der Mann seinen Wahlkampf aufzieht. Er spricht Leute an, drückt ihnen Flyer in die Hand und sagt, fast schon etwas kokettierend, solche Sätze wie „Ich bin der Andere“. Und das kommt bei vielen Gesprächspartnern gut an. Für jene Frau, die Gels etwa am Bahnhofstunnel anspricht und die sich darüber beschwert, dass man in der Innenstadt ja abends gar nicht mehr spazieren gehen könne, weil das viel zu gefährlich sei, hat Gels einen Satz zur Beruhigung parat. „Ich will Lehrte sicherer machen“, sagt er der Dame.

„Ohne Schlips und auf Augenhöhe“

Das klingt natürlich wie ein Slogan, aber für Gels ist es halt wichtig, diesen im direkten Zwiegespräch mit Bürgern zu sprechen – und zwar „ohne Schlips und auf Augenhöhe“, wie er sagt. Und wer ihn fragt, was er denn als Bürgermeister anders machen würde als andere, bekommt Schlagwörter wie „Transparenz“ und „Unabhängigkeit“ zu hören. Was es bedeutet, keine Partei im Rücken zu haben, die im Wahlkampf hilft, hat Gels sehr deutlich erfahren. Er musste Unterschriften von Unterstützern sammeln, und er hat seine Wahlplakate im Alleingang und als Erster an Straßenlaternen montiert. Seinen Wahlkampf finanziert der 43-jährige Familienvater, der immerhin ein paar fleißige Unterstützer hat, aus eigener Tasche. Für die heiße Phase im Mai will der Kripobeamte Urlaub nehmen und Überstunden abbauen.

Größte Aufgabe ist das Bahnhofsumfeld

Aber gerade diese Mentalität, auf eigene Rechnung ins Rennen zu gehen, rechneten ihm viele hoch an, meint Gels. Er müsse sich „von niemandem treiben lassen“, und er habe „seine Fans“, ist sich der Mann sicher, der in der Kernstadt durch seine ehrenamtliche Tätigkeit im Post SV und bei der Siedlergemeinschaft Glück Auf schon einen recht hohen Bekanntheitsgrad hat. Demnächst will sich der Lehrter aber auch in den Ortsteilen bekannter machen.

Die großen Aufgaben, die Lehrte vor der Brust hat, flößen Gels durchaus Respekt ein. Bei der Frage etwa, ob das Gymnasium komplett neu gebaut werden soll, ist er nicht wirklich entschlossen. Ursprünglich hatte Gels dafür einen Sek-I-Neubau auf dem alten Stadtwerkegelände favorisiert - eine Idee, die später dann, sagt er, von anderen aufgegriffen und politisch hochgekocht worden sei.

Aber Wünsche für Lehrte hat Gels gleich im Dutzend. Angefangen von Kunstrasenplätzen und einem besseren Stadtmarketing bis hin zu einem grundlegend neu gestalteten Bahnhofsumfeld. Letzteres betrachtet er als die größte Herausforderung in Lehrte in den kommenden Jahren. Der Bahnhof müsse sicherer, freundlicher, behindertengerechter werden. Lehrte sei schließlich eine Eisenbahnerstadt und der Bahnhof die Visitenkarte. Doch in all die fast überbordende Euphorie über mögliche kommende Tätigkeitsfelder als Bürgermeister mischt sich auch bei Gels mittlerweile eine Relativierung. „Mal gucken, was finanziell geht“, sagt er.

Stadt hat „den Faden zum Bürger verloren“

Dass es in Lehrte derzeit an manchen Stellen politisch und bei Bürgerinitiativen brodelt und dass das Amt des Bürgermeisters in dieser Hinsicht kein Zuckerschlecken ist, weiß Gels. Bei kontroversen Themen gelte es, früh die Sachverhalte zu durchleuchten und als Moderator Ruhe in die Diskussion zu kriegen. „Aber bei manchen Themen sind die Gräben zurzeit tief“, meint der 43-Jährige. Fragt man Gels zum Beispiel zu seiner Meinung zum umstrittenen Aldi-Logistikzentrum bei Aligse, spricht auch der Unabhängige wie manch anderer Politiker. „Ich bin nicht dafür und nicht dagegen. Ich will mir aber alles anhören und es verstehen“, sagt er und geht gleich wieder in den Wahlkampfmodus über: „In dieser Sache hat die Stadt den Faden zu den Bürgern verloren.“

Das ist Oliver Gels

Oliver Gels ist kein gebürtiger Lehrter. Er stammt aus Lingen im Emsland, ist aber schon seit vielen Jahren im Leben Lehrtes verwurzelt. Seit 25 Jahren ist der 43-Jährige bei der Polizei, zurzeit arbeitet er bei der Kripo in Hannover und hat es dort unter anderem mit der Ermittlungsarbeit in Sexualstraftaten zu tun. Gels ist verheiratet und hat drei schulpflichtige Kinder. Mitglied in einer Partei ist Gels nicht, ein politisches Mandat hatte er noch nie. In Fragen der kommunalen Verwaltung ist er ebenfalls ein Neuling.

Weitere Berichte zur Bürgermeisterwahl in Lehrte lesen Sie unter haz.li/lehrtewahl

Von Achim Gückel

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