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Nachrichten Krankenhaus ist fit für die digitale Notfallkarte
Region Lehrte Nachrichten Krankenhaus ist fit für die digitale Notfallkarte
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17:39 05.09.2019
Krankenpfleger Andre Hoffmann (von links) zeigt Dariusz Nowak und Thordies Hanisch, wie das Auslesen der digitalen Notfallkarte in der Notaufnahme funktioniert. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

Die digitale Notfallkarte ist auch im Lehrter Krankenhaus angekommen. Via Drucker – aus Datenschutzgründen ist der nicht mit dem Zentralrechner verbunden – kann diese in der Notaufnahme eingelesen werden und enthüllt ihre mitunter sogar lebenswichtigen Informationen: Ist der Inhaber Diabetiker? hat er womöglich Allergien gegen Penicillin oder Schmerzmittel? Welche Krankheiten hat er, welche Medikamente nimmt er ein? Das hilft Ärzten ungemein bei der Notfallversorgung – insbesondere dann, wenn der Patient nicht ansprechbar und der Hausarzt nicht bekannt ist.

So sieht die Notfallkarte aus. Auf dem USB-Stick sind die Angaben gespeichert. Quelle: Sandra Köhler

Erdacht und entwickelt wurde die Notfallkarte von Aktiven einer Arbeitsgemeinschaft aus Seniorenrat Burgdorf, dem Verein Bürger für Bürger und dem DRK-Ortsverein Burgdorf. „Es war immer mein Traum als Notarzt, bereits im Rettungswagen alle Informationen bei der Hand zu haben, um auch einen nicht ansprechbaren Patienten optimal versorgen zu können“, sagt Dariusz Nowak. Mittlerweile seien alle Notarzt- und Rettungswagen, die in Lehrte, Burgdorf, Uetze und Burgwedel stationiert sind, mit einem Laptop ausgestattet, um den kleinen potenziellen Lebensretter auslesen zu können.

Nicht nur das Klinikum Lehrte, auch die Krankenhäuser in Laatzen und Burgwedel können die digitale Notfallkarte auslesen. Wie schnell das geht, ließen sich Nowak und die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch, die die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, von Krankenpfleger Andre Hoffmann zeigen. Ruckzuck spuckte der Drucker die von Hanisch auf ihrer Karte gespeicherten Daten aus. „Ich habe für das Füttern der Karte eine Dreiviertelstunde gebraucht und meinen Impfpass raussuchen müssen“, sagte die Politikerin.

Hilfe beim Einladen der Daten gibts beim DRK

Senioren, die am PC nicht so fit sind, können sich von Familie und Nachbarn helfen lassen – oder auch von Jürgen Lange, dem Vizevorsitzenden des DRK Burgdorf. Denn dort ist die Notfallkarte zum Preis von 10 Euro erhältlich. 400 Karten sind bereits ausgegeben worden, etwa 15 an Lehrter. Hier herrscht also noch Luft nach oben.

„Die Karte ist besonders interessant für Senioren und chronisch Kranke. Es wird nur ausgefüllt, was derjenige auch preisgeben will“, sagt Notarzt Nowak. Weil Lehrter nicht nur in ihrer Heimatkommune und Burgwedel behandelt werden, sondern unter Umständen auch in der Medizinischen Hochschule Hannover, sollen alle Häuser des Klinikum Region Hannover mit entsprechender Technik und Schulung versehen werden. Bei den Rettungswagen in der City von Hannover beispielsweise, die von der Feuerwehr bedient werden, stoße das DRK an seine Grenzen. „Das können wir nicht leisten, da muss es Kooperationen geben“, sagt Gero von Oettingen, Vorsitzender des Burgdorfer DRK.

Viele Anfragen zur Notfallkarte

Anfragen zur Notfallkarte gibt es reichlich. Von Arztpraxen etwa und von der Niedersächsischen Krebsgesellschaft. Ein Bundesverband für Lungenkrankheiten will in seinem Oktobermagazin über die digitale Notfallkarte berichten – es wird in Krankenhäusern und bei Fachärzten in ganz Deutschland ausliegen. Doch auch eine Ausgabe über Apotheken sei denkbar, überlegten Schirmherrin Hanisch und von Oettingen. Das DRK Lehrte hat bereits Interesse signalisiert und will dies in der nächsten Vorstandssitzung klären.

Kontakt zur Interessengemeinschaft gibt es unter Telefon (05136) 811717 sowie per E-Mail an ig.notfallkarte-burgdorf@t-online.de .

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Von Sandra Köhler

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