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Region Lehrte Nachrichten Im Boden an der Feuerwache stecken noch mehr Altlasten
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05:17 18.05.2019
Der erste Bauabschnitt der neuen Lehrter Feuerwache ist bald fertig: Im Sommer soll die Feuerwehr dort einziehen. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Die Stadt hat einige finanziell sehr gute Jahre hinter sich – und das schlägt sich auf die Finanzierung des aktuell größten Bauprojekts positiv nieder. Der Bau der neuen Feuerwache an der Schützenstraße sei bisher ohne die Aufnahme von Krediten bezahlt worden. Den bisher fälligen Betrag von 10,8 Millionen Euro habe man durch den Griff in die Rücklage finanzieren können, bestätigt Fabian Nolting, Sprecher der Stadtverwaltung. Unlängst, beim HAZ-Forum der Bürgermeisterkandidaten, hatte auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk betont, dass man das Projekt quasi aus eigener Tasche finanzieren könne.

Eine negative Nachricht gibt es in Zusammenhang mit dem Millionenprojekt an der Schützenstraße aber ebenfalls. Im Erdreich unter dem zweiten Bauabschnitt, den man im Sommer beginnen will, befinden sich wahrscheinlich Altlasten, die für viel Geld zu entsorgt werden müssen – ebenso wie bereits beim ersten Bauabschnitt. Die Untersuchungen dazu seien noch im Gang, betont Nolting. Daher könne man auch noch keine näheren Angaben über die Verunreinigungen im Boden unter dem zweiten Bauabschnit machen. „Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auch dort etwas finden“, meint der Sprecher.

Altlasten im Erdreich machen Projekt teurer

Der Bau der neuen Feuerwache samt kompletter Umgestaltung des Baubetriebshofs war zu Baubeginn im Herbst 2017 mit 19,4 Millionen Euro kalkuliert worden. Doch als die Bagger auf der Baufläche anrückten entdeckten sie erst einmal Altlasten im Erdreich, darunter auch Metalle und Abfälle, sowie stark eisenhaltiges Wasser. Weil all dies gesondert zu entsorgen und aufwändig zu reinigen war, wurden 1,8 Millionen Euro Zusatzkosten fällig, bevor die erste Bodenplatte gegossen war.

Das droht nun auch im zweiten Bauabschnitt, in dem unter anderem der Bauhof neu gestaltet wird. Nolting gibt jedoch Entwarnung. Für mögliche Zusatzkosten durch Altlasten habe man 2 Millionen zusätzlich im aktuellen Haushalt eingeplant. Ob man diese Summe komplett benötige, sei aber noch unklar.

Sprecher: Finanzielle Lage der Stadt ist sehr gut

Nolting nennt die finanzielle Lage der Stadt „sehr gut“. Seit dem Jahr 2015 habe Lehrte keine neuen Schulden mehr machen müssen. Die bisherigen Abschlagzahlungen für die Feuerwache seien aus den „liquiden Mitteln“ gezahlt worden. Diese lagen nach Angaben aus der Kämmerei Ende 2018 bei 18,9 Millionen Euro.

Die Stadt hatte es dank sprudelnder Einnahmen in den vergangenen Jahren mehrfach geschafft, Geld in die Rücklage zu stecken. Allein für das Haushaltsjahr 2018 waren unlängst gut 10 Millionen Euro Überschuss errechnet worden. Ein Grund dafür waren gestiegene Einnahmen aus der Einkommenssteuer. Nolting warnt aber vor allzu großer Euphorie. Im laufenden Jahr werde Lehrte für neue Bauprojekte noch tief in die Tasche greifen müssen. Unter anderem stehen die Errichtung von fünf neuen Kindergärten auf der Liste, gefolgt von den Schulneubauten und -erweiterungen für das Gymnasium und das Schulzentrum Süd.

Bau der Feuerwache ist im Zeitplan

Der Bau der Feuerwache befindet sich unterdessen im Zeitplan. Im August soll der erste Baubabschnitt fertig sein. Dann folgen der Umzug der Feuerwehr in den Neubau und der Abriss weiter Teile der alten Feuerwache. Schon im Juli soll es mit dem zweiten Bauabschnitt losgehen, im Juli 2020 soll dieser fertig sein.

Von Achim Gückel

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