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Region Lehrte Nachrichten Eltern wollen vor dem Rathaus demonstrieren
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00:18 02.05.2019
Kindergärten und Schulen sollen nach den Wünschen der Gruppe Pro Kids Lehrte verbessert werden.
Kindergärten und Schulen sollen nach den Wünschen der Gruppe Pro Kids Lehrte verbessert werden. Quelle: Archiv
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Lehrte

Die Themen Kindergärten und Schulen sind in Lehrte keine einfachen. Erst im vergangenen Sommer hat die Stadt als Schulträger und Betreiber der Großzahl der Kindergärten bekannt gegeben, dass in der Stadt 250 Kita-Plätze fehlen. Die Lücke soll erst 2022 vollständig geschlossen, wenn die geplanten neuen Kitas fertig sind, und bis dahin mittels Containern überbrückt werden. Einige Eltern halten diese Pläne für nicht ausreichend. Vor wenigen Monaten ist daher die Interessengruppe Pro Kids Lehrte entstanden, welche die Stadt auffordert, bessere und schnellere Lösungen zu erarbeiten. Die Gruppe ruft jetzt erstmals zu einer Demonstration auf, um ihre Ziele bekannt zu machen und weitere Unterstützer zu gewinnen. Die Demonstration soll am Sonnabend, 4. Mai, um 16 Uhr auf dem Rathausplatz stattfinden.

Die Forderungen, die Pro Kids Lehrte aufgestellt hat, sind zunächst einmal aus dem eigenen Erleben der vier Gründungsmitglieder beim Kampf um Kitaplätze für ihre Kinder entstanden. Allerdings hätten drei davon inzwischen einen Platz erhalten, erläutert der Lehrter René Kopmann, einer der fünf Initiatoren der Gruppe. Aber es gebe noch viele Eltern, die auf der Suche seien. „Deswegen machen wir weiter“, meint der Lehrter, der erst vor Kurzem aus Hannover in die Eisenbahnstadt gezogen ist.

Initiatoren bemängeln lange Wartezeiten

Bei der Demo am Rathaus sollen die Probleme, welche die Gruppe ausgemacht hat, konkret benannt werden. Dazu gehörten an prominenter Stelle die fehlenden Kita-Plätze. „Die Wartezeit für 250 Familien bis 2022 oder 2023 ist zu lang“, bemängelt Kopmann. Das Argument, dass der Mangel wegen des fehlenden Personals nicht schneller behoben werden könne, kontert Kopmann mit den Arbeitsbedingungen. „In Hannover werden die Mitarbeiter besser bezahlt“, betont er.

Bei den derzeitigen Gehaltsangeboten seitens der Stadt werde es schwierig, schnell Personal zu finden. Aber nicht nur das: „Auch bereits vorhandene Mitarbeiter könnten sich auf besser bezahlte Stellen in anderen Kommunen bewerben.“ Außerdem müssten Berufseinsteiger besser unterstützt werden, etwa mit Stipendien oder der Finanzierung von Fortbildungen. Sehnde sei hier ein Beispiel, meint Kopmann.

„Zu kurzfristige Vergabe der Plätze“

Ein weiteres Problemfeld sind für Pro Kids Lehrte die Betreuungszeiten in den Kitas. Die meisten Plätze gebe es für Vormittags- oder Nachmittagsbetreuung. Die gesellschaftliche Realität sei aber eine andere: „Heutzutage arbeiten meist beide Elternteile ganztags.“ Entsprechende Angebote müssten vorgehalten werden, fordert Kopmann. Außerdem seien das System zur Onlineanmeldung intransparent und die Vergabe der Plätze zu kurzfristig. Eltern müssten die Notwendigkeiten der Kinderbetreuung auch mit ihren Arbeitgebern planen. „Da sind zwei Wochen nicht ausreichend.“

Des Themas Schule hat sich Pro Kids Lehrte ebenfalls angenommen. Hier fordert die Gruppe eine bessere Schulwegsicherung sowie größere finanzielle Anstrengungen bei der Sanierung bestehender Schulen. Außerdem fordern sie eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der Stadtverwaltung.

Von Michael Schütz