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Region Lehrte Nachrichten Schützenfest: Immenser können Abwärtstrend bremsen
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18:24 14.07.2019
Beim großen Festumzug sind auch vier Festwagen dabei - einen von ihnen stellen die Freunde historischer Fahrzeuge. Quelle: Katja Eggers
Immensen

Wenn in Immensen Schützenfest ist, feiert die Dorfgemeinschaft ausgelassen mit. Während Schützenvereine vielerorts über Nachwuchssorgen klagen und wie etwa in Hannover sinkende Besucherzahlen beim Fest verzeichnen, scheint in Immensen die Welt diesbezüglich noch in Ordnung zu sein. Am Wochenende feierten Schützen und Bürger gemeinsam, beim bunten Umzug marschierten auch die Vereine mit, etliche Zuschauer standen am Straßenrand.

Auch bei der Proklamation im Zelt waren die Schützen zuvor nicht unter sich geblieben. Viele Immenser bejubelten die neuen Majestäten und klatschten ausgelassen im Takt, als diese als Ehrentanz einen Schneewalzer aufs Parkett legten. Schützen und Zuschauer kürten ihre Majestäten mit einem dreifachen „Gut Schuss“. Schützenchef Jörn Lange sagte artig Danke, und aus dem Publikum schallte ihm ein lautstarkes Bitte entgegen.

Das Publikum fordert Küsschen

Ortsbürgermeister Falk Kothe hatte in diesem Jahr die Königswürde ergattert und wurde vom Publikum mit „Küsschen, Küsschen“-Rufen motiviert, seine Gattin Yvonne zu küssen. Die hatte sich wiederum den Titel der Volkskönigin gesichert. Um die Familienehre perfekt zu machen, war Tochter Juliane auch noch Schülerkönigin geworden. Jungkönig ist Marcel Hennies, Wichtelkönigin darf sich Cara Heinemann nennen.

Ehrentanz im Zelt: Die Majestäten tanzen einen Schneewalzer. Quelle: Katja Eggers

Abwärtstrend ist gestoppt

Kothe bedauerte, dass beim diesjährigen Volkskönigschießen, bei dem alle Immenser Bürger teilnehmen dürfen, nur drei Teilnehmer angetreten waren. „Das dürfen ruhig mehr werden“, sagte er bei der Proklamation. Lange ist mit der Entwicklung und der Mitgliederzahl des Vereins ansonsten zufrieden. „Wir sind knapp 100, aber das schon seit einigen Jahren“, erklärte er. Wie die meisten Schützenvereine hatte auch Immensen in der Vergangenheit mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Im Jahr 2000 hatte der Verein noch um die 240 Mitglieder gezählt. „Den Abwärtstrend der letzten Jahre konnten wir stoppen“, betonte Lange.

Um den Schießsport und das Schützenwesen attraktiver zu gestalten, hatte sich der Verein einiges einfallen lassen. Unter anderem wurde kürzlich eine Biathlonanlage angeschafft. Damit wird das Schießen auch für Bewegungsfreudige attraktiv. Nach dem diesjährigen Schützenfest soll der Verein zudem eine elektronische Schießanlage bekommen. „Wir wollen ab August drei unserer neun Luftgewehrstände umbauen, die Fördermittel sind schon beantragt“, berichtete Lange.

Auch die örtlichen Vereine marschieren mit durch den Ort. Quelle: Katja Eggers

Schützenchef: „Stillstand geht nicht“

Darüber hinaus setzen Immensens Schützen auf die Jugend. „Es geht heute nichts über Nachwuchsrekrutierung“, betonte der Schützenchef. Um schon die Jüngsten in den Verein zu holen, dürfen seit einigen Jahren beim Kinderkönig- und beim Wichtelkönigschießen nicht nur Vereinsmitglieder, sondern alle Immenser Kinder mitmachen. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr etliche von Firmen gesponsorte Freikarten für Karussells an die Kinder verteilt. Auch das traditionelle Zeltlager, das der Verein seit Jahren als Ferienpassaktion anbietet, wurde verändert. „Da haben wir jetzt erstmals ein Mini-Dschungelcamp mit Aufgaben draus gemacht“, sagte Lange.

Mit den Veränderungen und Neuerungen wollen sich Immensens Schützen für die Zukunft rüsten. „Stillstand geht nicht. Wir müssen uns Gedanken machen und daran arbeiten, wie wir uns attraktiver und moderner aufstellen“, betonte der Vorsitzende. An der Festfolge hält der Verein indes bislang fest. Proklamation und anschließender Umzug mit bunt geschmückten Wagen hinter Treckern gehörten auch in diesem Jahr wieder zu den Höhepunkten des Festes.

Scheibenaufhängen mit König und „Börgermeister“

Ungewöhnlich seriös kamen die Damen des Schützenvereins Immensen am Sonntag zum Scheibenaufhängen. Gekleidet in schwarze Anzüge begleiteten sie König Falk Kothe durch die Festlichkeiten. Der Grund: Kothe ist nicht nur Schützenkönig, sondern auch Ortsbürgermeister. Für ein solch ehrwürdiges Amt galt es, sich gesittete Kleidung anzulegen.

„Wir haben die Anzüge in der letzten Woche aus Second-Hand-Läden besorgt“, sagte Carina Mesecke. Die Schützin war auch für das Banner verantwortlich, das jeder Altkönig für das Schützenfest bekommt und den Zug zu den Majestäten begleitet. Zu sehen war ein saftiger Burger, aus dem Soße tropfte, mit der Überschrift „Börgermeister“. Wortspiele haben zum Fest Hochkonjunktur. tz

Von Katja Eggers

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