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Region Lehrte Nachrichten Hilfe mit Herz für Kinder in familiären Notsituationen
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20:08 17.06.2019
40 Jahre Therapeutische Erziehungshilfen in Lehrte: Pflegemutter Aenne Kutzer (von links), Vorsitzende Dorothea Bleck, Geschäftsführerin Marion Eichner und Pädagogische Leiterin Christiane Dietrich gehören zum Team. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

Konkrete Hilfe für Kinder und Jugendliche in familiären Notsituationen geben – dieses Ziel hat sich der Verein Therapeutische Erziehungshilfen in Lehrte von Anfang an auf die Fahne geschrieben. Jetzt hat die Einrichtung ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Fest im Fachwerkhaus gefeiert.

„Wir wollten damals alles verändern, unter anderem die Heimerziehung“, beschreibt Dorothea Bleck die Situation 1977, als die Idee zu dem Verein aufkam. Zwei Jahre später wurde die Gruppe tatsächlich ins Leben gerufen und hat seitdem mehr als 100 Kinder und Jugendliche lang- oder kurzfristig in sogenannte Erziehungsstellen aufgenommen. So lautet der etwas sperrige Name für Familien, die Kinder zu sich holen, wenn diese aus ihren Herkunftsfamilien heraus aber nicht ins Heim sollen. „Erziehungsstellen leisten Heimerziehung in anderer, in alternativer Form“, erklärte es Brigitte Wagner vom Landesjugendamt in ihren Grußworten.

Konstante Betreuung durch Fachpersonal

Das Besondere an dieser Hilfeform sei die Möglichkeit, den Kindern eine konstante Betreuung durch eine pädagogisch qualifizierte Fachkraft und Bezugsperson zu bieten, sagte Bleck. „Eine feste Bezugsperson ist vor allem für kleine Kinder ganz wichtig“, sagte die Vorsitzende. Die anvertrauten Kinder seien mitunter traumatisiert, hätten Missbrauch und Gewalt erfahren. Ihr Verein wählt die Erziehungsstellen daher sehr sorgsam aus, bildet sie aus und unterstützt sie. Darüber hinaus ist auch der Kontakt zur Herkunftsfamilie wichtig. Rückführungen werden gemeinsam vorbereitet.

Wagner lobte die Arbeit des Vereins als Pionierarbeit. „Sie haben damals den Mut gehabt, die Herausforderung der stationären Heimerziehung in die eigenen vier Wände zu holen“, sagte sie an die Mitglieder und Helfer gewandt. Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk erklärte, dass die Arbeit der Therapeutischen Hilfen meistens im Verborgenen geleistet werde. „Aber sie ist unverzichtbar“, betonte er. Er lobte zudem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. So wendet sich das Jugendamt an den Verein, um Kinder in Erziehungsstellen zu vermitteln.

32 Betreuungsplätze in Lehrte, Celle und Umgebung

Von diesen Erziehungsstellen bietet der Verein laut der Geschäftsführerin Marion Eichner derzeit 16. Da manche Familien aber mehr als ein Kind aufnehmen, zählt der Verein insgesamt 32 Betreuungsplätze. Sie sind unter anderem in Lehrte, Celle und Umgebung.

Wie es dort zugeht, erzählte Aenne Kutzner. Sie und ihr Mann Herbert haben 1996 ihre ersten Pflegekinder – Jasmin und Sarah – bei sich aufgenommen. Beide sind mittlerweile erwachsen und berufstätig. Im Fachwerkhaus las Kutzner einen bewegenden Dankesbrief der beiden Mädchen vor. „Ihr habt uns alles erklärt und auf die Zukunft vorbereitet“, heißt es darin.

Kinder stärken, aber nicht umklammern

Bei ihrer Arbeit stößt Kutzner aber auch mitunter an die eigenen Grenzen. Am schwierigsten sei es, Professionalität mit Offenheit und Empathie in Balance zu bringen und die Kinder zu stärken, ohne festzuhalten und zu klammern. „Es war nicht immer schön“, liest sie aus dem Brief der Mädchen vor. Von Jasmin heißt es dort: „Ich habe geschrien, bin abgehauen, habe Tabletten gesammelt, wollte weg, aber auch dann ward ihr für mich da – ihr seid die Familie, die wir brauchten.“

Von Katja Eggers

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