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Region Lehrte Nachrichten Wie „Schorse“ einst die Gastro-Szene in Lehrte belebte
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18:46 09.12.2019
Eine echte Gastro-Familie: Georgios (von links), Pia, Steffani, Zina, Lambi, Georgia, Michael und Maria Doulgerakis posieren für ein Gruppenfoto in der Taverne Schorse. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

Griechische Gastfreundlichkeit hat in Lehrte einen Namen: Doulgerakis. Die Familie betreibt seit nunmehr 50 Jahren in der Kernstadt Restaurants und Kneipen – und das mittlerweile in der dritten Generation. Ob in der Küche, im Service oder hinter dem Tresen: Bei den Doulgerakis’ packen alle mit an. „Wir sind eine richtige Gastro-Familie“, sagt Lambi Doulgerakis.

Der 55-Jährige betreibt am Sedanplatz 5 die Taverne Schorse samt Biergarten. Der Spitzname Schorse geht auf Lambis Vater Georgios zurück und tauchte auch in der Vergangenheit immer wieder als Name von Gastronomiebetrieben der Familie auf. Mit Schorse fing damals alles an. Der Grieche ist 2007 verstorben, sein Name ist den Lehrter aber bis heute ein Begriff.

Georgios „Schorse“ Doulgerakis am Zapfhahn seiner Kneipe in den Siebzigerjahren. Quelle: privat

Mit dem Gilde-Eck fing alles an

SchorseDoulgerakis kam 1960 als Gastarbeiter nach Deutschland und arbeitete zunächst als Fleischer in Bergen bei Celle. Drei Jahre später kam seine Frau Georgia nach. 1966 zogen die beiden nach Lehrte. „Schorse“ setzte seine Tätigkeit als Fleischer in der Metzgerei Sasse fort. 1969 dann der Einstieg in die Gastronomie: „Schorse“ verkündete seiner Familie, dass er spontan das Gilde-Eck am Ende der Manskestraße gekauft hatte.

Das Gilde-Eck an der Manskestraße war die erste Kneipe, die „Schorse“ Georgios Doulgerakis 1969 in Lehrte betrieben hat. Quelle: privat

In den ersten Jahren arbeitete er tagsüber in der Fleischerei und abends in der Kneipe. Als sich zeigte, dass das Gilde-Eck gut lief, hängte der Wirt seinen Job als Fleischer an den Nagel und widmete sich fortan mit Leib und Seele nur noch der Gastronomie. Es folgten Lokalitäten wie die Gaststätte Athen, später Zur Pinte (1972-76) an der Marktstraße, das Restaurant Zum Großen Freien an der Königstraße (1976-1996) und das Café am Markt an der Marktstraße (1978-1980). Von 1996 bis 2000 war die Kneipe Schorse im Vereinsheim des Fußballvereins SV 06 Lehrte beheimatet.

Mama behilft sich mit Spickzetteln in griechischer Sprache

Während das Gilde-Eck seinerzeit mit kalten Koteletts und Buletten noch eine typische Kneipe gewesen war, konnte in der Pinte später auch getanzt werden. „Papa hatte eine Musikorgel und eine Lichtanlage, und dann sind die Leute da morgens um 10 Uhr schon zu Marianne Rosenberg rumgehoppelt“, erinnert sich Lambi lachend.

Für Lambis Mutter war die deutsche Sprache am Anfang das Schwierigste. „Damit ich weiß, was drin ist, habe ich mir kleine Spickzettel in griechischer Sprache auf die Flaschen geklebt“, erzählt die 77-Jährige. 1986 stieg auch Lambis Bruder Michael in die Gastronomie ein. Im ehemaligen Lokal Zum Großen Freien an der Königstraße betreibt er heute das Restaurant Zur Rübe.

Griechische Gastronomie Mitte der Achtzigerjahre: Georgios „Schorse“ (Mitte) und seine beiden Söhne Michael (links) und Haralambos, den alle nur als Lambi kennen. Quelle: privat

Vom Blaumann- bis zum Anzugträger: In der Taverne trifft sich alles

Lambi Doulgerakis führt seit dem Jahr 2000 indes die Taverne Schorse am Sedanplatz. Auf großer Leinwand haben die Lehrter dort im Biergarten schon Fußball-Europameisterschaften als auch Weltmeisterschaften verfolgt. Konzerte mit lokalen Bands wie Donkey Bridge haben dort mittlerweile Kultcharakter. In der Taverne selbst stehen Lambi mit seiner Frau Steffani am Herd, Mama Georgia ist im Service und wird dabei von Lambis studierenden Kindern Pia und Georgios unterstützt.

Gekocht wird griechisch, auf der Karte finden sich aber auch eher deutsche Traditionsgerichte wie halbes Hähnchen mit Pommes. In der Gastro-Reihe „Wirt der Woche“ der „Neuen Presse“ hatte der Autor vor etlichen Jahren genau dieses Gericht in den höchsten Tönen gelobt. „Und dann kamen die Leute von überall her, um bei Schorse halbes Hähnchen mit Pommes zu essen“, berichtet Lambi Doulgerakis und lacht.

In seiner Taverne begrüßt er allabendlich etliche Stammgäste. „Bei uns trifft sich alles – vom Blaumann- bis zum Anzugträger“, sagt Pia Doulgerakis. Eine offizielle Feier zum 50-jährigen „Schorse-in-Lehrte“-Bestehen hat die Familie nicht geplant. Pia und Georgios haben mit Freunden und langjährigen Stammgästen jedoch eine Überraschungsparty organisiert.

Die griechische Taverne Schorse am Sedanplatz ist in Lehrte ein beliebter Treffpunkt. Quelle: Katja Eggers

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Von Katja Eggers

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