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Region Lehrte Nachrichten Backhausstraße: Fertigstellung verzögert sich schon wieder
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11:58 28.05.2019
Schleppende Sanierung: Der erste Bauabschnitt der Ahltener Backhausstraße ist vermutlich erst Ende August fertig. Quelle: Achim Gückel
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Die Ahltener sind beim Thema Sanierung der Backhausstraße bereits allerhand Unangenehmes gewohnt – Altlasten, Kostensteigerungen, falsch bemessene Gehwege. Jetzt gibt es die nächste unangenehme Nachricht: Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt sind nicht wie bisher angekündigt Ende Mai erledigt, sondern werden sich wohl bis Ende August strecken. Das hat Markus Baumgarten, Leiter des städtischen Fachdienstes Straßen und Verkehr, jetzt im Ortsrat angekündigt. Auslöser für die Verzögerung sei unter anderem die schleppende Arbeit der Baufirma. Diese sei „wenig leistungsfähig“, sagte Baumgarten.

Planungen in Richtung Barnstorfplatz hinken weit hinterher

Speziell im westlichen Bereich des ersten Bauabschnitts, in Richtung Barnstorfplatz, hinkt die Firma weit hinter der Planung her. Dort fehlen unter anderem die Seitenborde, teilweise muss noch Erdreich ausgekoffert und entsorgt werden. „Das ist sehr ärgerlich“, betonte Baumgarten im Ortsrat. Es habe bereits zwei Krisengespräche mit Verantwortlichen der Firma gegeben. Diese hätten zugesagt, dass nun mehr Schwung in die Sache kommt. Man sei guter Hoffnung, „dass dort demnächst verstärkt gearbeitet wird“, sagte der Fachdienstleiter.

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Begonnen hatten die Bauarbeiten am westlichen Bauabschnitt der Backhausstraße im Mai 2018. Sie sollten ursprünglich etwa ein Jahr dauern.

Weitere Gründe für die Verzögerungen sind die schleppende Lieferung von Bauteilen sowie Probleme mit dem sogenannten deponiepflichtigen Material, das im Bereich der Baustelle ausgekoffert wird. Dieses muss gesondert entsorgt werden, und die darauf spezialisierten Deponien nähmen wegen Überlastung zwischenzeitlich kein Material mehr an. Wenn sich aber die Abfuhr des Erdreichs hinziehe, wirke sich das auf den gesamten Bauverlauf aus. „Dann steht die Baustelle“, sagt auch Stadtsprecher Fabian Nolting. Auch er sagt, dass die „Leistungsfähigkeit der Baufirma nicht wie gewünscht“ sei.

Konventionalstrafe für die Baufirma?

Im Ortsrat trafen Baumgartens schlechte Nachrichten von der Backhausstraße einen wunden Punkt. Ortsbürgermeisterin Heike Koehler sagte, dass der Zustand der aufgerissenen Straße ohne begehbarem Weg insbesondere für die Senioren aus der benachbarten Wohnanlage eine Katastrophe sei. Eine Frau sei dort bereits gestürzt und habe sich verletzt. Jörg Posenauer (CDU) nannte die Situation an der Baustelle „nicht tragbar“ und sagte, man müsse nun Konventionalstrafen für die Baufirma erwägen.

Die Verzögerungen am ersten Bauabschnitt der Backhausstraße haben indes auch massive Auswirkungen auf den zweiten, der den östlichen Bereich der Straße umfasst. Dort können die Arbeiten erst beginnen, wenn der westlich Abschnitt komplett fertig ist – also frühestens im September. Das bedeutet, dass diese Baustelle vermutlich über den nächsten Winter hinweg Bestand hat und die Backhausstraße erst im nächsten Jahr wieder durchgängig befahrbar ist.

Andere Straßenbauprojekte sind deutlich schneller fertig

Stadtsprecher Nolting sagt, dass noch vor der Sommerpause der Auftrag für die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt vergeben werden sollen. Laut Baumgarten werde man die Angebote in der sogenannten Submission sichten. „Wir hoffen auf eine stärkere Firma als im ersten Bauabschnitt“, sagte er im Ortsrat. Andere Straßenbauprojekte im Stadtgebiet, die von größeren Unternehmen erledigt wurden, seien deutlich schneller fertig geworden, teils sogar vor dem anvisierten Termin. Das gelte zum Beispiel für die Straße An der Bockmühle in Arpke, die unlängst saniert wurde.

Von Achim Gückel