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Region Lehrte Nachrichten Fridays for Future: Kaja und Luca mobilisieren junge Lehrter
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17:21 15.08.2019
Fridays for Future: Luca Schneider (16) und Kaja Klenke (18) organisieren die Klimademos in Lehrte. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Kaja Klenke ist 18. Sie hat gerade ihr Abitur gemacht. Und sie steht kurz vor einem Diakonischen Jahr in England. Das Leben liegt vor ihr. Und dieses Leben soll für sie, aber auch für ihre Kinder und Enkel lebenswert sein, fordert sie. In einer sauberen, nachhaltig gestalteten Umwelt, in einem erträglichen Klima und ohne die ständige Angst vor Umweltkatastrophen, vor schmutziger Luft, verdreckten Meeren und überbordendem Müll. Daher geht Kaja auf die Straße.

Kaja und ihr Mitstreiter Luca Schneider (16) sind die führenden Lehrter Köpfe bei der Bewegung Fridays for Future. Rund 300 junge Leute konnten sie Mitte Juni bei der ersten Freitagsdemo in der Stadt bereits auf die Straße bringen. Und jetzt wollen sie erst so richtig durchstarten – mit einem weiteren Klimastreik und einem ganzen Weekend for Future Ende August und Anfang September.

„Das Thema bewegt die Leute“

„Wir haben das Sommerloch überlebt, und wir ziehen das durch, bis Veränderungen geschehen“, sagt Luca überzeugt. Die Befürchtung, dass möglicherweise der Zuspruch zur Bewegung Fridays for Future während der schulfreien Zeit wieder nachlassen könnte, sei völlig unbegründet gewesen, meint er. „Das Thema bewegt die Leute“, pflichtet Kaja bei. Das werde immer wieder in Gesprächen deutlich: „Wir werden von vielen Seiten offen und zustimmend auf unsere Aktivitäten angesprochen.“

Die Freitagsdemonstrationen von Schülern, die gegen den Klimawandel auf die Straße gehen, gibt es mittlerweile in vielen Städten deutschlandweit. In der Region Hannover beschränken sie sich auf die Landeshauptstadt, Laatzen – und eben Lehrte. „Ich habe bei Fridays for Future in Hannover mitgearbeitet, seit es dort losging“, betont Luca. Stets mit einer Gruppe von jungen Lehrtern nach Hannover zu fahren sei aber „irgendwie unpraktisch“ gewesen. „Da war es naheliegend, auch in Lehrte so etwas auf die Beine zu stellen“, sagt er. Kaja meldete die Demo im Juni an, zwischen zehn und 20 Mitstreiter sind mittlerweile in der Lehrter Gruppe aktiv. „Es ist ein tolles Gefühl, dass so viele Schüler hier mitziehen“, sagt Luca.

Kaja und Luca tragen ihre Überzeugung auch am Handgelenk. Quelle: Achim Gückel

Daher sei es nun auch möglich, ein ganzes Weekend for Future zu organisieren. Es beginnt am Freitag, 30. August, mit einem erneuten Klimastreik. Dieser startet am späten Vormittag vor dem Kurt-Hirschfeld-Forum, dann bewegt sich ein Demonstrationszug durch die Stadt bis zum Rathaus, wo es gegen 13 Uhr eine Abschlusskundgebung geben wird.

Geowissenschaftler hält Vortrag über Klimawandel

Am Sonnabend, 31. August, und Sonntag, 1. September, soll es dann mit Programm weitergehen. Das soll ebenso aufrüttelnd wie informativ und aktiv sein. Einem „symbolischen Massensterben“ mit vielen Teilnehmern an einem öffentlichen Platz sollen ein Clean up, also eine Müllsammelaktion, und ein Fachvortrag folgen.

Für Letzteren hat sich der Immenser Geowissenschaftler Marcus Fernitz-Krüger zur Verfügung gestellt. Er hatte bereits bei der ersten Lehrter Klimademo im Juni auf dem Rathausplatz gesprochen. Beim Weekend for Future will er über die Abläufe sprechen, die den Klimawandel begünstigen, und welche Auswirkungen das hat.

53 Anmeldungen für Weekend for Future

53 Anmeldungen habe man bereits für die Wochenendaktion beisammen, sagen Kaja und Luca. In sozialen Netzwerken und auf einer eigenen Internetseite mache man aber weiterhin Werbung für eine Teilnahme. Noch stehe das Programm zwar nicht genau fest, und einen Platz, an dem die Mitstreiter übernachten können, suche man auch noch, aber das werde sich in den nächsten Tagen schon noch finden, sind die Organisatoren zuversichtlich.

Und auch in die Lehrter Kommunalpolitik wollen sich die jungen Lehrter Klimaaktivisten künftig einmischen. Schon im Juni durften die damaligen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl bei der Kundgebung auf dem Rathauplatz sprechen. Demnächst wolle man zum Beispiel Sitzungen von Ortsräten und die Bürgerstammtische der Lehrter Parteien besuchen, kündigen Kaja und Luca an.

Nach England mit der Bahn

Dass sie bisweilen auch Gegenwind bekommen, nehmen Kaja und Luca hin. Das Argument, die jungen Demonstranten wollten doch freitags nur die Schule schwänzen, habe man oft gehört, sagen sie. Jetzt, da das Thema Klimawandel seit Monaten in aller Munde sei, höre man solche Vorwürfe aber immer seltener. Natürlich gebe es immer wieder auch schwierige Gespräche mit „Klimawandelleugnern“, wie Luca sagt. Grundsätzlich würden die Menschen aber immer offener für das Thema.

Klenke und Schneider, die beide aus Aligse stammen, gehen selbst beim Thema Klimaschutz mit gutem Beispiel voran. Sie ist Veganerin, er Vegetarier. Die Reise zum Praktikum in England macht Kaja nicht etwa mit dem umweltschädlichen Flugzeug. „Ich fahre Bahn“, sagt sie.

Von Achim Gückel

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