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Region Lehrte Nachrichten Galerie zeigt Werke von Wahrendorff-Patienten
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16:28 02.09.2018
Viel Publikum bei der Vernissage: Im Vordergrund ist eine Skulptur von Dagmar Justke zu sehen. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Die Städtische Galerie in Lehrtes alter Schlosserei ist ein Schauraum des Besonderen. Immer wieder stellen dort Künstler aus, deren Arbeiten alles andere als den Mainstream darstellen. Die Ausstellung, die nun zu sehen ist, setzt in dieser Tradition nun ein besonderes Ausrufezeichen. Bestückt wurde sie von sieben Menschen, die im psychiatrischen Krankenhaus Wahrendorff in Köthenwald leben oder gelebt haben und dort in der Kunstwerkstatt von Annette Lechelt tätig sind. Was jetzt in der Galerie zu sehen ist, stellt daher nicht nur ein Kaleidoskop ungehemmter künstlerischer Entfaltung dar, sondern lotet zugleich auch seelische Tiefen aus.

Wahrendorff-geschäftsführerin Heide Grimmelmann-Heimburg bedankt sich bei der Leiterin der Kunstwerkstatt, Annette Lechelt. Quelle: Achim Gückel

Sie hoffe auf einen Abend, der inspirierend sei, sagte Wahrendorff-Geschäftsführerin Heide Grimmelmann-Heimburg bei der Vernissage am Freitagabend. Inspirierend wurde es dann auch. Mundhamonikaklänge und Bauchtanz, ungewöhnlich viel Publikum und staunende Blicke auf überdimensionale Skulpuren, fein komponierte Filzstiftzeichnungen sowie einen breit angelegten Zyklus von

Eine der überdimensionalen Skulpturen von Dagmar Justke. Quelle: Achim Gückel

geradezu naiv anmutenden Menschenbildern auf Holzbrettern.

Schon vor zehn Jahren hatte die Kunstwerkstatt Wahrendorff eine Ausstellung in der Lehrter Galerie gezeigt. Kulturmanagerin Julienne Franke entschuldigte sich bei ihrer Begrüßung am Freitag geradezu, dass es so lange bis zu einer Neuauflage dieser Schau gedauert hat. Sie sprach von einer „schönen Zusammenarbeit“ und davon, dass die Kunstwerkstatt unter der Leitung von Annette Lechelt kein therapeutischer Raum für die Patienten, aber auch kein akademischer Elfenbeinturm sei. Dort kämen die Patienten und Bewohner des Klinikums zusammen, könnten Begabungen entfalten und sich ausprobieren.

Was dabei herauskommt, ist mitunter phänomenal. Dagmar Justkes Skulpturen etwa sind nicht nur detailreich, liebevoll gestaltet und überdimensional, sondern geben verblüffende Einblicke ins Innere. Die Körper brechen in ihren Werken geradezu auf und geben ihr verwirrend-traumatisches Inneres wider. Viktoria Ludwig zeigt in ihren Bildern, wie eine schier unüberschaubare Vielfalt von Eindrücken zu einem stimmigen Ganzen wird. Ihre Zeichnungen sind so etwas wie postmoderne Wimmelbilder.

Ein Kaleidoskop besonderer Art: 48 Holzbretter zeigen Menschenbilder. Quelle: Achim Gückel

Oft verblüffen die Bilder durch ihre Originalität und berührende Offenheit. Immer wieder steht dabei der Mensch im Fokus – mal mit überdimensionalem Phallus, mal nackt und elfengleich als Wesen aus einer Traumwelt. Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Busch betonte in seiner Begrüßungsrede am Freitagabend, dass die Gesellschaft ganz unterschiedlich mit psychisch kranken Menschen umgehen könne. In der Galerie stünden sie jetzt im Mittelpunkt.

Künstler und Mitarbeiter der Kunstwerkstatt: Andreas Kurz (von links), Annette Lechelt, Viktoria Ludwig, Christian Berger, Melissa Pietzko, Dagmar Justke, Robert Picker und Dietrich Baumgart. Quelle: Achim Gückel

Die Schau der Wahrendorff-Kunstwerkstatt ist noch bis zum 4. November in der Galerie an der Zuckerpassage zu sehen. Geöffnet ist dort dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Achim Gückel

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