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Region Lehrte Nachrichten Jugendliche werben für mehr Toleranz
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16:59 24.08.2018
Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Ekkehard Bock-Wegener kickern mit Nick Hortjuk (rechts), Lea-Marie Scheunemann und Fabian Stoll. Stadtjugendpflegerin Tara Esdaile (Mitte, links) und Sozialarbeiterin Jana Demuth (Mitte, rechts) schauen zu. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
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Lehrte

Einige Jugendliche hatten es sich auf dem Platz am Parkhaus auf dem Sofa mit einem alkoholfreien Cocktail bequem gemacht, andere spielten am Tischkicker. Fußgänger blieben stehen und betrachteten den Treffpunkt, andere gesellten sich dazu. Sie alle waren am Freitagnachmittag Teil der Aktion „Platz nehmen“ mitten in der Lehrter Fußgängerzone am Parkhaus.

Auf einem großen Transparent, das auf auf der Straße lag, formulierten die Jugendlichen ihre Wünsche: Einen großen Spielplatz und eine Rutsche hatten zwei Jungen aufgeschrieben. Auch die Erwachsenen durften sich erinnern, wo sie sich früher mit anderen Jugendlichen getroffen haben und das auf einem Plakat notieren. „Bei uns im Dorf war es eine große Klettereiche“, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Neben zahlreichen Jugendlichen waren auch einige Kommunalpolitiker und Stadtjugendpflegerin Tara Esdaile sowie weitere Sozialarbeiter der Lehrter Jugendeinrichtungen präsent.

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Ziel der Aktion sei es, für mehr Toleranz für Jugendliche zu werben, sagte Jana Demuth von der Mobilen Jugendarbeit der Stadt. „Wichtig ist dabei vor allem der Dialog“, sagte sie. Und den wolle man mit der Aktion mitten in der Stadt anstoßen. Die Jugendlichen hätten immer weniger Plätze, an denen sie sich unbeobachtet aufhalten könnten und wo sie toleriert würden. „Manchmal werden Gespräche mehrerer Jugendlicher von den Erwachsenen als Belästigung empfunden“, so Demuth. Die Jugendlichen würden dann oftmals von der Polizei von einem Platz zum nächsten gejagt. Statt aber die Polizei zu rufen, oder die Jugendlichen anzuschimpfen, sei es besser, „in Ruhe mit ihnen zu sprechen“. So könne solche Situationen viel besser klären, sagte Demuth. Ratsherr Ekkehard Bock-Wegener empfahl dabei auch, sich einmal an seine eigene Jugend zu erinnern. „Vieles war früher ja genauso“, sagte er.

Dennoch müssten sich auch Jugendliche an Regeln halten, meinte Bürgermeister Sidortschuk. Die Stadt toleriere die Treffpunkte der Jugendlichen „solange nichts zerstört wird oder andere belästigt werden“. Der Treffpunkt hinter dem Kurt-Hirschfeld-Forum etwa hätte Ausmaße angenommen, die nicht mehr tolerierbar gewesen seien. Ein Sicherheitsdienst schaue dort deshalb nun regelmäßig nach dem Rechten, die Jugendlichen dürften sich aber dort weiter aufhalten. Laut Bock-Wegener vom Jugendhilfehausschuss seien Einrichtungen wie Bolzkäfige oder auch die neue Skaterbahn gut genutzte Treffpunkte.

„Man sollte auch ruhig mal mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und fragen, wo es Probleme gibt“, riet Ahltens Ortsbürgermeisterin und Jugendhilfeausschussvorsitzende Heike Koehler. Sie lobte die Jugendarbeit der Stadt Lehrte: „Hier wird wirklich eine sehr gute Arbeit geleistet.“

Von Patricia Oswald-Kipper