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06:15 01.09.2018
Willi und Gerda Brunnenberg halten auch nach 70 Jahren noch immer gern Händchen. Quelle: privat
Immensen

Die Feier der Gnadenhochzeit wird nur den wenigsten Ehepaaren zuteil. Willi und Gerda Brunnenberg aus Immensen sind so ein Paar. Sie wurden am 2. September 1948 standesamtlich getraut und feiern jetzt ihren 70. Hochzeitstag. Die kirchliche Trauung ging einen Tag später in der Nachbargemeinde Steinwedel über die Bühne. Seinen Polterabend hatte das Paar zuvor auf dem elterlichen Hof der Braut gefeiert. „Ich weiß noch genau, wie hübsch meine Gerda damals in ihrem blauen Samtkleid aussah“, schwärmt Willi Brunnenberg noch immer. Verlobt hatte sich das Paar im Mai 1948.

Das Paar bei seiner Hochzeit im Jahr 1948. Quelle: privat

Die Hochzeitsfeier fand im Dorfkrug in Steinwedel statt – mit selbstgebranntem Schnaps, einem heimlich geschlachteten Rind und Musik vom Immenser Bandonion-Club. Brautkleid, Schuhe und Anzug mit Zylinder waren geliehen. „Wir waren arm wie die Kirchenmäuse“, erinnert sich Willi Brunnenberg. Zur Kirche war das Paar zuvor mit Pferd und Wagen gefahren, die Gäste folgten mit dem Fahrrad.

Zum ersten Mal gesehen hat Willi Brunnenberg seine Gerda im September 1944. Als junger Soldat war er mit seinem Kameraden bei Burgdorf einquartiert. Abends machte die Gruppe zur Freude der Mädchen aus dem Dorf Musik im Gasthof Scheuer. Mit ihren roten Haaren fiel Gerda ihrem Willi dort sofort auf. Weil sie anderweitig vergeben war, zeigte sie jedoch kaum Interesse an dem Mann mit dem Akkordeon.

Ein Kennenlernen war auch deshalb nicht möglich, weil Willi Brunnenberg im Novemeber an die Front nach Luxemburg musste. Nach Kriegsende kehrte der junge Soldat verwundet in seine Heimatstadt Mönchengladbach zurück. 1946 gab es dann ein Wiedersehen: Willi machte auf einer Hochzeit in Immensen Musik. Gerda war mittlerweile wieder solo, Willi nutzte die Chance und eroberte Gerdas Herz.

Als das Paar heiraten wollte, brauchte es jedoch erst einmal das Einverständnis des Brautvaters. „Bauerntöchter wie Gerda sollten damals Bauernsöhne heiraten und keine armen Soldaten – da mussten wir hartnäckig bleiben“, erinnert sich Willi Brunnenberg. Seine Gerda hatte während des Krieges auf dem elterlichen Hof in Immensen gearbeitet und neben der Arbeit im Haus, im Stall und auf dem Feld ihre kranke Mutter versorgt.

Nach der Hochzeit half Gerda Brunnenberg weiter auf dem Hof der Eltern. Ihr Ehemann arbeitete in einem Baustoffhandel in Hannover, zuletzt war er dort Prokurist. 1955 errichtete das Paar in Immensen sein eigenes Haus. Im Ort waren beide lange aktiv: Sie gründete die Damenabteilung im Schützenverein mit und gehörte dem Sportverein an. Er ist seit mehr als 70 Jahren im Schützenverein und lebte seine musikalische Leidenschaft im Bandonion-Club, im Spielmannszug und im Posaunenchor aus.

Auf dem Keyboard spielt Willi Brunnenberg noch heute gern für seine Gerda. Beide sind mittlerweile 93 Jahre alt, haben zwei Töchter, fünf Enkel und acht Urenkel.

Von Katja Eggers

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