Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Drogenprozess: Sender am Kurierfahrzeug
Region Lehrte Nachrichten Drogenprozess: Sender am Kurierfahrzeug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 15.01.2014
Die Verhandlung wird erst am 10. Februar fortgesetzt. Quelle: Christian Elsner
Anzeige
Lehrte

Nach seiner Auffassung wäre ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss notwendig gewesen, um im Mai 2013 das Fahrzeug eines der Angeklagten bei dessen Rückkehr aus Rotterdam zu durchsuchen. Die vier Angeklagten, die im Juli zum Teil unter spektakulären Umständen festgenommen wurden, stehen seit Ende November vor Gericht. Eine 31-jährige Albanerin gilt als Kopf der Bande. Sie soll den Import von Marihuana, Kokain und Heroin von Lehrte aus organisiert haben. In etlichen Verhandlungstagen versucht das Gericht nun, die Drogentransporte mithilfe von Telefon- und GPS-Protokollen zu rekonstruieren.

Die Verteidigung monierte in früheren Verhandlungstagen schon mehrfach das Vorgehen der Ermittler. So hatte etwa das Landeskriminalamt (LKA) aufgrund von Telefonüberwachung schon vorher von der Kurierfahrt nach Rotterdam gewusst und das Auto mit einem Sender versehen. Also wäre auch Zeit gewesen, einen Durchsuchungsbeschluss zu erwirken, meint Anwalt Schoenian. Stattdessen habe es das LKA aber so aussehen lassen, als sei der Drogenfund ein Zufallstreffer. Der Grund könne sein, so die Vermutung des Verteidigers, dass die Bande noch nicht von der Überwachung erfahren sollte. Die Durchsuchung sei rechtswidrig, der Fund also nicht verwertbar.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft bewerte die Rechtslage anders, erklärt deren Sprecher Oliver Eisenhauer. Beamte der Bundespolizei hätten das Auto mit Einverständnis der Angeklagten durchsucht. Wäre das nicht gelungen, hätte man einen Durchsuchungsbeschluss eingeholt. Dem widerspricht Schoenian: Kein Widerspruch sei noch kein Einverständnis. Der Verteidiger hatte schon im Dezember den Antrag gestellt, den Fund nicht zu werten, Schoenian drängte nun auf einen Hinweis, wie das Gericht damit umgehen werde. Die Prozessbeteiligten zogen sich am jüngsten Verhandlungstag zu einem Meinungsaustausch zurück. Eine Einigung über den Ausgang des Verfahrens sei dabei nicht getroffen worden, sagte Richterin Karin Brönstrup. Die Verhandlung wird erst am 10. Februar fortgesetzt.

Wiebke Barth