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Region Lehrte Nachrichten Prüße tritt gegen Sidortschuk an
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15:57 10.01.2019
Freuen sich über das Ergebnis: Die örtliche Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth (von links), Kandidat Frank Prüße und Stadtverbandschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Quelle: Oliver Kühn
Lehrte

Der Kandidat der CDU für das Bürgermeisteramt in Lehrte steht fest: Der 54-jährige Rechtsanwalt Frank Prüße geht am 26. Mai gegen den SPD-Amtsinhaber Klaus Sidortschuk ins Rennen um die Stadtspitze. Prüße wurde am Mittwochabend von der Mitgliederversammlung ohne Gegenkandidaten mit 95,38 Prozent von den 65 stimmberechtigten Mitgliedern gewählt – mit 62 Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung. Das sei zwar „kein sozialistisches Ergebnis“, flachste Stadtverbandschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, aber ein realistisches. „Gegenwind gibt es in der Politik immer.“ Ein besonderes „Geschenk“ brachte die örtliche Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth mit: Als Wahlkampfhelfer wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach Lehrte kommen.

In seiner Bewerbungsrede hatte Prüße subjektiv seine Stärken hervorgehoben: Seine Kenntnis von Verwaltungsabläufen und seine Fähigkeit, pragmatische Lösungen zu finden – etwa als Vorsitzender des größten Lehrter Sportvereins LSV mit mehr als 4000 Mitgliedern: „Ich habe Spaß am Gestalten und kann die Stadtverwaltung leiten und führen.“ Mit dem derzeitigen Amtsinhaber ging Prüße erwartungsgemäß hart ins Gericht. Als Bürgermeister würde er Bürgern und Vereinen mit einer „neuen Dialogkultur auf Augenhöhe“ begegnen und nicht über sie hinweg entscheiden – und nannte dafür als Beispiel die geplante Aldi-Ansiedlung in Aligse. Die Stadt habe dabei viele handwerkliche Fehler gemacht und zudem „den Frieden im Dorf zerrüttet“: „Ich bin dafür, die Ergebnisse offen und neu zu diskutieren“, sagte der Kandidat und erhielt dafür Applaus. Den gab es noch ein zweites Mal an diesem Abend, als Prüße versprach sich dafür einzusetzen, dass die Geriatrie (Altersmedizin) ins Lehrter Krankenhaus kommt.

Auch den von Sidortschuk geplanten Ordnungs- und Sicherheitsdienst bezeichnete Prüße nach der jüngsten brutalen Attacke auf dem Schulhofgelände an der Südstraße als mangelhaft. Rund um die dortige Vierfeldhalle etwa sei es dunkel, auch seinen Kindern sei es dort mulmig. „Zwei Sicherheitsleute sind deshalb zu wenig, denn die Polizei ist überfordert oder braucht Verstärkung.“

Bei den Themen Schule, Bildung und Infrastruktur seien viele Projekte liegengeblieben oder konzeptlos angegangen worden. „Besonders dramatisch ist das bei den Kitas“, monierte der CDU-Kandidat. Es fehlten 350 Plätze in der Stadt, das sei seit Jahren vorauszusehen gewesen. Die Schulentwicklung mit einer Campuslösung für 120 Millionen Euro sei unfinanzierbar, wie es mit der IGS weitergehe unklar. Auch die Zukunft des Gymnasiums, ob Umbau oder Neubau, sei ungewiss. Im Stadtentwicklungskonzept sei ein Neubau auf dem ehemaligen Stadtwerkegelände an der Manskestraße favorisiert worden – stattdessen werde dort nun Wohnungsbau verwirklicht. Ein solches Filetstück, wie es Sidortschuk genannt habe, wäre auch für eine Kita oder andere öffentliche Einrichtungen geeignet gewesen. „Das hätte Leben in die Innenstadt gebracht.“

Damit der Wechsel in Lehrte auch klappe, habe sie Bundesinnenminister Jens Spahn überredet, Prüßes Wahlkampf zu unterstützen und nach Lehrte zu kommen, sagte die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth. Ein Termin stehe aber noch nicht fest. Eine wohnortnahe Versorgung mit einer Geriatrie für eine älter werdende Bevölkerung sei auch im Interesse des Ministers.

Von Oliver Kühn

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