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Nachrichten Beim Apfelfest ist der Regen Nebensache
Region Lehrte Nachrichten Beim Apfelfest ist der Regen Nebensache
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17:14 23.09.2018
Unter dem Vorschauer ist das Apfelfest trocken und gemütlich, während die Bänke davor verwaist bleiben. Quelle: Michael Schütz
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Lehrte

Die Lehrter sind wetterfest. Das haben sie am Sonntag bewiesen, als sie in Scharen zum Apfelfest auf dem Nöhrenhof pilgerten, obwohl es ohne Unterlass regnete. „Wir sind positiv überrascht“, freute sich Hausherr Harm Nöhre angesichts des Ansturms. An eine Absage hatten Nöhre und das Stadtmarketing ohnehin nicht gedacht. Vielmehr hatten sie Vorkehrungen dafür getroffen, dass die Besucher so wenige Tropfen wie möglich abbekommen würden. Hallen wurden geöffnet und viele der Angebote, wie etwa der Spielbereich des Stadtjugendrings, ins Trockne verlegt. „Das hat ja keinen Sinn, wenn die Kinder im Matsch spielen“, sagte Stadtmarketing-Chef Udo Gallowski. Schon der Gottesdienst, mit dem das Fest begann, war unter Vorschauer und Halle über die Bühne gegangen, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch nicht regnete. Matthäus-Pastorin Beate Gärtner konnte vor rund 120 Gläubigen predigen.

Dem Regen trotzten aber auch Gäste von auswärts. Aus Anderten war Familie Hartmann ins Alte Dorf gekommen. „Wir sind Stammkunden des Nöhrenhofs“, sagte Constanze Hartmann. Und einen Anlass fanden die Hannoveraner auch: „Ab heute gibt es Apfelsaft in Kartons und unsere Lieblingsäpfel Rubinette“, sagte ihr Mann Renke Hartmann. Auf dem Apfelfest selbst seien sie aber noch nicht gewesen, gaben sie zu. „Wir hätten nicht gedacht, dass das so groß ist“, meinte Renke. „Das ist ja schon ein Volksfest.“ Ihre Kinder Matti und Frieder schauten sich derweil die Schweine des Hofs und ein Kälbchen an. „Das Kalb gefällt mir besser“, urteilte der siebenjährige Matti. „Die essen kein Fleisch wie die Schweine“, sagte der überzeugte Vegetarier.

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Gute Kleidung war auch nötig, wenn man die Apfelplantage des Nöhrenhofs besuchen wollte. Regelmäßige Treckerfahrten gaben dazu Gelegenheit. „Wir haben das noch nie gesehen“, nannten Doris Giesecke und Tanja Ramb aus Haimar einen einfachen Grund, warum sie bei Jürgen Buchholz auf den Hänger stiegen. „Es ist doch interessant, wo die Äpfel herkommen.“ Außerdem wollten sie in Zukunft das Selbstpflücken nutzen. Da ist es nicht schlecht zu wissen, wo die Plantage ist.

Derweil hatte sich Bürgermeister Klaus Sidortschuk auf dem Nöhrenhof den Sektkelch gegriffen, von dem aus die Lose der Tombola verkauft wurden, deren Erlös zur Finanzierung des Festes beitrug. Schnell bildete sich eine Traube um das Stadtoberhaupt. Er selber habe gemischte Gefühle, was Landwirtschaft und Trecker angehe, verriet er. „Als Kind war ich oft auf einem Bauernhof in unserer Familie.“ Während andere Kinder spielten, sei er oft mit dem Trecker auf dem Acker im Viereck gefahren.

Auch am Nachmittag ließ der Ansturm auf dem Nöhrenhof nicht nach, sodass sich die Auftretenden von den Jagdhornbläsern der Bürgerschützen und des Hegerings des Großen Freien, aber auch der Tanzkreis und der Alleinunterhalter Lothar Steppke über viel Publikum freuen konnten.

Von Michael Schütz