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Region Langenhagen Nachrichten Wasserwelt bessert für Behinderte nach
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11:09 09.04.2018
Der Behindertenbeirat wünscht sich eine deutlich kontrastreichere Markierung der Glastüren. Die weißlichen schmalen Kreise sind auf Wunsch der Architekten gemäß des vereinbarten Designs aufgebracht worden, sind für Sehbehinderte allerdings kaum erkennbar.  Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

 „Ich danke dem Beirat für Menschen mit Behinderungen ausdrücklich für die Hinweise“ – wie weit dessen Nachbesserungswünsche in der neuen Wasserwelt nun umgesetzt werden, prüft die Stadt laut Stadtbaurat Carsten Hettwer bis Mai und damit zur nächsten Sitzung des Badausschusses. Im Kern dreht es sich um die Probleme, die vor allem Sehbehinderte mit den vielen Glastüren und Stufen im und vor dem Bad haben. Zudem geht es um die Nutzbarkeit der Duschräume für Rollstuhlfahrer. Klar wurde während der Sitzung aber auch, dass diese Wünsche letzte, wenn auch entscheidende Feinheiten sind für ein Bad, das im Grundsatz bereits überwiegend barrierefrei ist. 

Wie praxistauglich sind Sitzduschen für Rollstuhlfahrer?

Kenntlich machte die Diskussion auch die Praxistauglichkeit von Einbauten wie den Sitzduschen. „Die sind für Gehbehinderte wunderbar“, erläuterte Martin Beck, der für den Behindertenbeirat dem Ausschuss angehört. „Aber für Rollstuhlfahrer sind sie keine Lösung.“ Beck zielt mit diesem Praxiseinblick auf die Frage, ob die Wasserwelt zusätzlich zu Sitzduschen noch duschtaugliche Rollstühle anschaffen muss. „Wer als Rollstuhlfahrer sich auf diese Sitzdusche setzt, kann damit nicht verhindern, dass der eigene Rollstuhl nass wird beim Duschen.“ 

Beck beschrieb überdies, dass nur die Nutzung des zentralen großen Duschraums für Rollstuhlfahrer problemlos sei. Die kleineren Sanitäranlagen seien vor allem bei zeitgleichen Schwimmkursen viel zu eng. Auch, weil weiterhin Eltern in Straßenkleidung ihren Kindern beim Duschen assistierten. 

Architekten stimmen sich bei Gestaltung nicht mit Betroffenen ab

Beck betonte wiederholt, dass es weniger an Dingen oder dem Willen fehle, sondern vor allem an Informationen. Dies erkläre unter anderem, warum die für Sehbehinderte fatal vielen Glastüren und Wände zwar bereits nachträglich Markierungen erhalten haben, diese aber erneut in einem kontrastarmen Weiß gehalten seien. 

Betriebsleiterin Heike Ebersbach begründete dies mit der Entscheidung der Architekten, die sich bei der Gestaltung konsequent an das für die Wasserwelt entwickelte sogenannte Corporate Design gehalten hätten. Einen direkten Austausch mit Betroffenen gab es dabei nicht. Wann und wie weit die überdies grau in grau gehaltenen Stufen zum Eingang mit Kontraststreifen versehen werden, wird derzeit erarbeitet. Wolfgang Debus, Projektleiter bei der Betreibergesellschaft GMF, gab allerdings zur Nutzung der Duschen zu bedenken, dass jede Lösung immer die Bedürfnisse aller Badnutzer berücksichtigen müsse. Andere Probleme aber ließen sich leicht lösen: „Wir können ohne Probleme eine Tür einsetzen für den Raum, in dem private Rollstühle und Kinderwagen hinterlassen werden, um mehr Diebstahlschutz zu gewähren.“

Neue Werbe-Offensive für Sauna

Die Umsatzzahlen für das erste Quartal des Jahres bewertet GMF-Projektleiter Wolfgang Debus als „außergewöhnlich“. Die Zahlen im Bad seien unerwartet hoch (52.698 statt der eingeplanten 45.000), für die Sauna jedoch wünschen sich GMF und Stadt dagegen deutlich mehr Zuspruch (9.435 statt 15.000). Dies mache sich im Umsatz noch stärker bemerkbar: Dort wurden im Sauna-Bereich 59.133 Euro eingenommen (geplant 134.160 Euro), im Bad-Bereich 368.451 Euro (Plan 355.219). Die im März gestartete Marketing-Offensive für die Sauna habe jedoch bereits spürbaren Erfolg. Wie stark die Stadt beim Betriebskostenzuschuss im Nachtragshaushalt nachsteuern müsse, ist laut Stadtbaurat Carsten Hettwer noch nicht absehbar. 

Deutlich besser angenommen als gedacht werden laut Debus sämtliche Kurse. Betriebsleiterin Heike Ebersbach berichtete, das Angebot für Schwimmanfänger sei bis in den Herbst ausgebucht. Derzeit werde geprüft, außer der Reihe auch in den Sommerferien diese Kurse anzubieten, um Wartelisten abzubauen.

Ebenfalls diskutieren möchte der Badausschuss in näherer Zukunft den vom Behindertenbeirat aufgeworfenen Wunsch, Schwerbehinderten unter Umständen eine längere Verweildauer zum Umziehen einzuräumen. „Auch das müssen wir sorgfältig prüfen, um keine Ungerechtigkeiten an anderer Stelle zu verursachen“, mahnte Beck. Sein eigener Sohn habe auch einen Schwerbehindertenausweis aufgrund einer Erkrankung. „Der würde sich über mehr Zeit im Bad freuen – mehr Zeit zum Umziehen braucht der krankheitsbedingt aber nicht.“

Von Rebekka Neander

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