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Nachrichten Eltern-Taxis: Ortsrat will andere Lösung
Region Langenhagen Nachrichten Eltern-Taxis: Ortsrat will andere Lösung
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00:18 23.12.2018
Auf dem Engelbosteler Festplatz wäre viel Platz für die Eltern-Taxis. Quelle: Thomas Böger
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Engelbostel

Der Ortsrat Engelbostel glaubt nicht, dass die von der Verwaltung geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der durch die sogenannten Eltern-Taxis enstehenden Probleme funktionieren werden. Eine Mehrheit aus CDU und UWE möchte den Festplatz zur Bring- und Abholzone machen. SPD und Grüne enthielten sich der Stimme.

Das Bild ist morgens und mittags vor allen Grundschulen ähnlich: Zahlreiche Eltern parken unmittelbar vor den Schulen, um ihre Sprösslinge aus- oder einsteigen zu lassen. Anschließend wenden viele, wodurch die Situation noch unübersichtlicher und oft auch gefährlich wird – vor allem für die Kinder. Deshalb waren sich Politik und Verwaltung einig, dass der Gefährdung durch die Eltern-Taxis entgegengewirkt werden müsse. In einem Pilotprojekt für die gesamte Stadt sollte zunächst ein Konzept für Engelbostel erarbeitet und erprobt werden.

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Die Verwaltung hatte dazu nach Gesprächen mit Vertretern von Schule, Eltern und Ortsräten mehrere, zum Teil zeitlich begrenzte Straßensperrungen und Halteverbote beschlossen. Betroffen davon sind die Schulstraße sowie die Straßen Gosewischs Garten und Klusmoor, an der der Schuleingang liegt. Wirksam werden sollen die Einschränkungen mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres im Februar.

Doch in Engelbostel ist man skeptisch. Polizei und Ordnungsamt könnten die Durchfahr- und Halteverbote nicht ausreichend kontrollieren, meinte Matthias Schreiber (UWE). Deshalb hatte seine Fraktion einen Antrag eingebracht, alternativ den Festplatz als Hol- und Bringzone auszuweisen und zu beschildern. „Das wäre ein sicherer Platz“, unterstützte Hendrik Christian Brandes (CDU) den Vorschlag. Dem stimmte auch Gudrun Mennecke (SPD) zu, wies aber darauf hin, dass die Kinder dann auf dem kurzen Weg zur Schule zwei Straßen überqueren müssten. Außerdem könnten die Politiker das nicht entscheiden, sondern es sei Sache der Stadtverwaltung. „Wenn die Verwaltung bei ihrer Meinung bleibt, können wir nichts machen“, sagte Mennecke. „Aber wir können zumindest dokumentieren, dass wir die Maßnahmen der Verwaltung für falsch halten“, entgegnete Schreiber ihr.

Stadt übernimmt freiwillig Kosten für Busfahrkarten

Ein Lösung ganz anderer Art ist möglicherweise in greifbarer Nähe: Die Stadt übernimmt für die Kinder aus Schulenburg die Kosten für den Bustransfer. Bisher haben die Kinder aus Schulenburg-Süd aufgrund der geringen Distanz – unter zwei Kilometern – kein Anrecht auf eine Busfahrkarte. Doch genau diese jungen Schüler müssen gleich zwei nicht ungefährliche Passagen bewältigen. Zum einen sind das die Abfahrten von der Autobahn 352 und zum anderen den Kreuzungsbereich der Hannoverschen und Langenhagener Straße. Eben wegen dieser dort lauernden Gefahren bringen viele Eltern ihren Nachwuchs lieber mit dem Auto in die Schule.

Nun teilt Langenhagens Rathaussprecherin Juliane Stahl auf Anfrage mit, dass sich die Region Hannover als Träger der Schülerbeförderung und die Verwaltung verständigt haben. Danach übernimmt die Stadt freiwillig die Beförderungskosten für Kinder aus Schulenburg zur Grundschule Engelbostel. Das dafür notwendige Geld wird erstmals im Haushalt 2019 eingestellt, berichtet die Sprecherin. Allein in Schulenburg-Süd wohnen ihren Angaben zufolge 57 Kinder. „Das sind die uns vorliegenden Zahlen, die jedoch nichts darüber aussagen, ob alle diese Kinder die Grundschule Engelbostel oder eine Grundschule anderenorts besuchen“, heißt es aus dem Rathaus weiter. Das Angebot soll nun aber so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Von Thomas Böger und Sven Warnecke